Das digitale Suchverhalten wandelt sich rasant: Während KI-basierte Plattformen wie ChatGPT als potenzielle Gamechanger galten, zeigen aktuelle Zahlen einen gegenteiligen Trend. Der Anteil von ChatGPT am Website-Traffic sinkt spürbar, während Google seine Position als dominanter Suchkanal sogar leicht ausbauen kann. Eine Analyse der neuesten Daten verdeutlicht, wie sich KI, Suche und Nutzerverhalten im Jahr 2026 verschieben.
1. ChatGPTs Traffic-Rückgang: Ein Warnsignal für KI-Plattformen
2. Organische Suche bleibt robust – trotz KI-Überlagerung
3. Fazit: Sichtbarkeit verschiebt sich, doch der Kern bleibt
Laut einer umfassenden Studie von Ahrefs ist der Anteil des von ChatGPT generierten Website-Traffics im Dezember 2025 auf nur noch 0,21 % gesunken – nach 0,25 % im Vormonat. Dieser Rückgang ist der stärkste innerhalb des gesamten Jahres und deutet auf eine Sättigung des KI-basierten Surfverhaltens hin.
Zum Vergleich: Google legte im gleichen Zeitraum um 0,06 Prozentpunkte zu und erreicht nun fast 40 % Marktanteil an der weltweiten Traffic-Verteilung. Bing folgt abgeschlagen mit rund 1,4 %.
Laut Tim Soulo, CMO von Ahrefs, könnten saisonale Effekte eine Rolle gespielt haben: Über die Feiertage klicken Nutzer offenbar weniger auf externe Links aus ChatGPT-Unterhaltungen. Langfristig ist jedoch ein struktureller Wandel erkennbar – ChatGPT verliert an Relevanz, während Googles Ökosystem durch neue KI-Features wie „AI Overviews“ stärker integriert bleibt.
Zudem steigt der direkte Traffic (z. B. durch gespeicherte URLs oder Apps) auf 37,14 %, was darauf hindeutet, dass viele Nutzer auf bewährte Zugriffswege zurückgreifen, statt sich auf KI-Assistenzsysteme zu verlassen.
Eine Analyse von zahlreichen Similarweb Daten zeigte, dass der organische Suchtraffic im Jahresvergleich um lediglich 2,5 % gesunken ist. Damit ist der Rückgang deutlich moderater als viele Branchenbeobachter erwartet hatten.
KI-gestützte Suchergebnisse („AI Overviews“) beeinflussen zwar die Klickraten, doch die grundsätzliche Nachfrage nach klassischen Suchanfragen bleibt stabil. Nutzer scheinen weiterhin Vertrauen in die traditionelle Suche zu haben – insbesondere bei komplexen oder transaktionalen Themen.
Die Daten deuten darauf hin, dass die Integration von KI in Suchmaschinen eher eine Ergänzung als eine Ablösung der organischen Suche darstellt. Unternehmen sollten daher ihre SEO-Strategien nicht aufgeben, sondern sie erweitern – etwa durch Content, der in KI-generierten Übersichten (z. B. in Googles AI Mode) berücksichtigt wird.
Trotz der rasanten Entwicklung im Bereich der generativen KI bleibt die organische Suche 2026 der stabile Kern des digitalen Traffics. ChatGPT verliert an Bedeutung als Einstiegsplattform, während Google seinen Vorsprung durch technologische Anpassungen sogar ausbauen kann. Für Unternehmen bedeutet das: SEO bleibt essenziell, doch die Spielregeln verändern sich. Sichtbarkeit in klassischen Rankings muss künftig durch Präsenz in KI-generierten Suchoberflächen ergänzt werden. Wer jetzt in hochwertige Inhalte, strukturiertes Datenmanagement und Nutzererlebnis investiert, wird in beiden Welten – Suche und KI – sichtbar bleiben.
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