Die häufigsten Fehlermeldungen in der Google Search Console und ihre Lösung - LEAP/
, Patrick Deinzer

Die häufigsten Fehlermeldungen in der Google Search Console und ihre Lösung

Du hast Fragen zu Crawling-Anomalien, Soft 404s oder manuellen Maßnahmen und zu Fehlermeldungen in der Google Search Console? Wir haben die Antworten und Lösungen.

von Patrick Deinzer
Lesezeit: 11 Minuten

Das erfährst du in diesem Beitrag:

  • Wie fixe ich Crawling-Anomalien, und was sind Soft 404-Fehler und 500-Serverfehler?
  • Wieso ist meine Seite nicht mehr im Google-Index und wie behebe ich manuelle Maßnahmen?
  • Wo sind meine Sterne in den Suchergebnissen? Falsche schema.org Auszeichnungen in Produkten beheben.

Dieser Beitrag richtet sich an SEO-Einsteiger, aber auch alte Hasen können hier vielleicht noch etwas lernen. Er hilft dir, die wichtigsten Fehler in der neuen Google Search Console zu verstehen und zeigt, wie du sie behebst.

Außerdem findest du ganz unten noch eine kleine Liste mit weiterführenden Ratgebertexten.

Was ist die Google Search Console überhaupt?

Die Google Search Console ist ein kostenloses Tool von Google. Du kannst mit diesem Tool den Erfolg deiner Website in den Google-Suchergebnissen messen und Probleme bzw. Fehler finden.

Die Google Search Console (im Folgenden mit GSC abgekürzt) hieß früher Google Webmaster Tools und wurde Anfang 2019 komplett überarbeitet. Das Tool bekam dabei neue Funktionen. Deshalb möchte ich dir diese beiden aktuellen Beiträge für Einsteiger empfehlen:

Eine Funktion der Search Console ist die Diagnose von Fehlern, die deine Rankings verschlechtern. Dazu kannst du auf zwei Arten vorgehen:

  • Workflow-orientiert: Du durchsuchst Schritt für Schritt die einzelnen Abschnitte in der GSC und schaust, ob Fehler angezeigt werden
  • Problem-orientiert: Du hast ein bestehendes Problem erkannt (zum Beispiel durch ein SEO-Tool) und suchst nach der Ursache des Problems

In der Praxis suchst du meistens die Fehlermeldungen in der Google Search Console auf, weil du ein Problem hast. Deine Seite hat Rankings verloren oder der Sistrix-Index ist abgestürzt.

Daher benutze ich im Folgenden den problemorientierten Ansatz.

Abdeckung: Wie fixe ich Crawling-Anomalien? Was sind Soft 404-Fehler und 500-Serverfehler?

Problem: Du fragst dich, wieso bestimmte Unterseiten nicht bei Google gefunden oder zu viele Seiten im Index angezeigt werden, oder du siehst plötzlich viele „Fehler“ im Bereich Abdeckung.

Beschreibung: Einer der wichtigsten Menüpunkte in der neuen GSC ist der Bereich „Abdeckung“. Dort siehst du, wie viele deiner Seiten bei Google indexiert sind und wieso bestimmte Seiten ausgeschlossen werden. In diesem Bericht siehst du auch für jede einzelne Sitemap die Indexabdeckung.

Die Analyse dieses Bereichs hilft dir, deine Seite aufzuräumen. Schließlich sollen nur die wichtigen und guten Seiten bei Google erscheinen. Das verbessert deine Rankings.

Unter „Fehler“ kannst du auf jede einzelne Fehler-Bezeichnung klicken, um die betroffenen Beispiel-URLs angezeigt zu bekommen. Dadurch werden dir Probleme bei der Indexierung angezeigt. Weitere Details findest du unter den einzelnen Seiten. Dazu überprüfst du die URL mit dem Google Search Console-Inspect Tool.

Jetzt gehe ich auf die wichtigsten Fehlerbezeichnungen ein und stelle Lösungen vor:

Gesendete URL als „noindex“ gekennzeichnet

In dieser Liste stehen URLs, die einen robots-tag „noindex“-Eintrag haben, sich aber trotzdem in der Sitemap befinden. Das ist ein Widerspruch.

Ein „noindex“-Eintrag steht am Anfang eines Dokuments im sogenannten. Der Eintrag sieht wie folgt aus:

meta name=“robots“ content=“noindex“

Entweder entfernst du diese URLs aus der Sitemap oder du änderst den robots-tag auf index, wenn du möchtest, dass die Seite im Google-Index angezeigt wird. Wenn du oft den Status „index“ oder „noindex“ änderst und du viele Seiten hast, kann dieser Bericht starke Verzögerungen aufweisen.

Google muss nämlich erst Dokumente-Seiten crawlen und die Angaben überprüfen. Du kannst diesen Prozess beschleunigen, indem du auf „Fehlerbehebung überprüfen“ klickst.

Gesendete URL hat Crawling-Problem

Google meldet unter diesem Fehlercode URLs, die eigentlich gar nicht existieren dürften. Trotzdem hat sie der Googlebot im Quellcode gefunden und weiterverfolgt. Bei Aufrufen der URL wird dem Nutzer ein Fehlercode angezeigt, weil es die Seite nicht geben sollte.

Falls Google viele solcher URLs entdeckt, solltest du solchen Crawling-Anomalien nachgehen. Denn dadurch wird das Crawl-Budget verschwendet, und du fütterst Google mit „Datenmüll“. Baue diese Seiten ab und lösche die interne Verlinkung.

Gesendete URL nicht gefunden (404)

Unter dieser Meldung findest du URLs, die einen regulären 404-Statuscode mit der entsprechenden Fehlerseite aufweisen. Oft sind das alte, inaktive URLs. Google checkt diese manchmal. Hier musst du nichts machen. Diese Seiten verschwinden mit der Zeit.

Wenn du aber bemerkst, dass die URLs in dieser Fehlermeldung intern verlinkt sind oder in der Sitemap angezeigt werden, solltest du handeln. Lösche die interne Verlinkung und nimm all solche Seite aus der Sitemap.

Wenn du merkst, dass diese alte 404-Seite externe Backlinks hat oder noch Google Traffic erzeugt, kannst du auch eine 301-Weiterleitung auf eine ähnliche Seite einrichten. Dadurch bleibt der Nutzer auf deiner Seite und auch der Trustflow für den Googlebot bleibt erhalten.

Gesendete URL ist ein Soft 404-Fehler

Bei einem Soft 404 gibt dir Google zu verstehen, dass die Suchmaschine die Seite anders einordnet als du. Der häufigste Fehler aus Googles Sicht ist, dass die Seite zu wenigen oder irrelevanten Inhalt hat. Dadurch wird die Seite trotz Status Code 200, wie eine 404-Seite behandelt. Die Seite wird als nicht existent betrachtet. Was kannst du dagegen machen?

  • Zuerst schaust du dir die URLs an und machst die Einzelseiten auf. Mit dem Chrome Plugin Redirect Path kannst du den Response-Code der Seite herausfinden.
  • Wenn die Seite den richtigen Inhalt anzeigt, sollte sie den Status Code 200 ausspielen
  • Wenn die Seite leer ist oder nicht existiert, sollte der Statuscode 404 oder 410 ausgegeben werden
  • Zusätzlich solltest du prüfen, ob dein Seite eine individuelle 404-Fehlerseite hat, die den Status Code 404 ausspielt und dem Nutzer Informationen liefert

Gesendete URL durch robots.txt blockiert

In der robots.txt kann der Webmaster dem Googlebot verbieten, bestimmte URLs anzuschauen. Dadurch werden diese URLs nicht bei Google gefunden. Bei einigen Seiten mit Login oder Seiten mit Parametern ist das sinnvoll oder erwünscht.

Wenn in dieser Liste allerdings Seiten auftauchen, die Traffic erzeugen sollen, schaue in deiner robots.txt-Datei. Stehen solche Seiten auf „disallow“, dann lösche den Eintrag. Du solltest aber darauf achten, dass nicht zu viele Dokumente freigegeben werden.

Serverfehler (5xx)

Der Googlebot hat beim Aufrufen dieser Seiten einen Serverfehler erhalten. Wenn du nur vereinzelt Fehler bekommst, ist das kein Problem. Wenn das Problem aber öfter auftritt (Faustregel: mehr als zehn Fehler), stimmt etwas mit den technischen Einstellungen des Servers nicht.

Behebe diesen Fehler möglichst schnell, weil Google sonst die Seite schlechter rankt. Frage deinen Admin, ob der Hostserver Probleme hat oder ob der Server überlastet ist.

Und noch was …

Im Reiter „Ausgeschlossen“ unter Abdeckung solltest du unbedingt nachschauen, wie viele und welche Seiten unter „durch noindex-Tag ausgeschlossen“ stehen. Möchtest du all diese Seiten wirklich von der Indexierung ausschließen?

Wenn du in der Liste einzigartige Seiten findest, die du Google zeigen möchtest, dann stelle diese Seiten auf „robots: index“ und füge sie zur Sitemap hinzu.

Dazu musst du checken, ob imder meta-tag robots gesetzt wurde und ob dieser auf „noindex“ steht:. Du kannst den Tag komplett entfernen oder auf „index“ stellen.

Manuelle Maßnahmen: Wieso ist meine Seite nicht mehr im Google-Index?

Problem: Du hast eine E-Mail von Google mit einer manuellen Maßnahme erhalten. Du solltest eine solche Nachricht immer ernst nehmen, weil sie faktisch eine Google-Abstrafung ist. Durch eine Bestrafung kann deine Seite aus dem Google-Index genommen werden. Dadurch verschwinden deine Rankings und du verlierst den SEO-Traffic.

Beschreibung: Sicherheitsprobleme werden automatisch an dich geschickt, während manuelle Maßnahmen von dem Google-Quality-Team verschickt werden. Manuelle Maßnahmen werden dann ergriffen, wenn deine Website gegen die Google-Richtlinien verstößt und es spammige oder illegale Aktivitäten gibt.

Lösung: In der Nachricht zur manuellen Maßnahme oder Bestrafung wird das Problem beschrieben und eine Lösung mitgeliefert. Wenn du das Problem behoben hast, musst du den Review-Button anklicken. Danach bewertet das Google-Quality-Team deine Änderung. Wenn du alles richtig gemacht hast, wird die Maßnahme aufgehoben und die Rankings erholen sich. Diese Maßnahmen sind sehr heikel. Es ist daher ratsam, sich an einen professionellen SEO-Experten oder eine Agentur zu wenden.

Ein Beispiel sind die früheren Abstrafungen für gekaufte Links im „Penguin-Zeitalter“ (2012-2016). Diese wurden früher als manuelle Maßnahme verschickt. Die Abstrafung gibt es heute noch, aber sie wird nicht mehr angezeigt und ist nun Teil des Kernalgorithmus‘.

Ein aktuelles Beispiel sind Schema.org-Auszeichnungen mit Spamstrukturen. Du darfst keine allgemeine Bewertung (z. B. Ekomi-Kundenbewertungen) seitenweit auszeichnen. Das kann zu einer Abstrafung führen, wenn du einzelne Serviceseiten hast. Stattdessen solltest du für jeden Service die konkrete Auszeichnung angeben.

Falsche Schema.org-Auszeichnungen in Produkten: Wo sind meine Sterne?

Problem: Deine Rich Snippets für Produkte werden nicht in den Suchergebnissen angezeigt. Beispiele sind die Produktpreise oder Bewertungssterne.

Beschreibung: Die Rich Snippets entstehen durch die Implementierung strukturierter Daten mithilfe der Auszeichnung von Schema.org. Google versteht dadurch deine Seiten besser. Du findest fehlerhafte Schema.org-Auszeichnungen links in der Sidebar unter „Verbesserungen“. In diesem Fall unter „Produkte“.

Hier werden alle fehlerhaften Schema.org-Markups angezeigt. Wenn du auf eine Beschreibung klickst, werden dir alle Seiten angezeigt, auf denen das Problem bekannt ist.

Lösung: Du musst herausfinden, ob für alle Seitentypen die Rich-Snippet-Auszeichnungen richtig implementiert sind. Dazu gibst du eine betroffene URL einfach in das Testing Tool für strukturierte Daten ein.

In dem Tool erhältst du hilfreiche Fehlermeldungen und kannst den Code deiner Seite anschauen. Du solltest alle Fehlermeldungen beheben und das richtige Markup laut Schema.org einfügen.

Eine Option ist es auch, die fehlerhaften Auszeichnungen auszubauen, wenn du zum Beispiel keine Bewertungen hast. Manchmal ist weniger mehr.

Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten: Ist deine Website für Mobilgeräte optimiert?

Problem: Deine mobilen Rankings sind sehr schwach oder du erhältst Fehlermeldungen im Bericht: „Verbesserungen – Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten“.

Beschreibung: Seit 2018 sind die meisten Seiten auf den mobilen Google-Index umgezogen. Dadurch schaut sich Google alle Seiten zunächst in ihrer mobilen Variante an, weil mittlerweile mehr als 60 Prozent aller Suchanfragen vom Handy kommen. Eine gute mobile Seite ist daher unverzichtbar, um bei Google gefunden zu werden. Selbst bei Seiten, die mehr Desktop-Traffic (B2B-Webseiten) haben, wird seit Neuestem die mobile Version als Rankinggrundlage verwendet.

Deshalb weist dich die GSC auf Probleme unter „Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten“ hin.

Häufige Google Search Console-Fehler für Mobilgeräte

  • Anklickbare Elemente liegen zu dicht beieinander
  • Inhalte breiter als Bildschirm
  • Kleine Schriftgröße
  • Größe des Inhalts nicht an Darstellungsbereich angepasst

Lösung: Oft handelt es sich nur um einzelne Seiten. Wenn die Fehleranzahl also extrem gering ist, brauchst du nicht zu handeln.

Wenn viele Seiten betroffen sind, solltest du eingreifen. Die Art des Fehlers wird dir unter „Typ“ angezeigt. Klickst du auf den entsprechenden Fehler, findest du alle betroffenen Seiten. Durch einen weiteren Klick auf den Fehler (nicht auf „URL prüfen“ klicken!) öffnet sich rechts ein Fenster mit dem Button „Live-Seite testen“.

Der Test kann ebenfalls über diese Seite gestartet werden.

In dem Testergebnis werden dir die Fehler angezeigt. Du erhältst allerdings keine Information über die problematische Stelle im Quelltext.

Für weitere Informationen kannst du mit der Chrome-Erweiterung Lighthouse noch einen Mobile-Test starten. In dem Lighthouse-Bericht werden dir unter „SEO“ die problematischen Stellen im Quellcode angezeigt. Hier findest du einen detaillierten Bericht über den Vorgang.

Fazit: Die neue Google Search Console als Primärquelle für Fehlermeldungen

Die neue Google Search Console ist eine Primärquelle für jeden Webmaster und SEO-Experten. Du siehst, wie Google deine Seite bewertet (Klicks, Impressions, Positionen) und wahrnimmt (Abdeckung, Sitemap, Verbesserungen). Google kommuniziert durch die Search Console direkt mit dir und weist auf Fehler und Probleme hin. Deshalb solltest du den täglichen Blick in die Console zur Routine machen.

Ich empfehle, dass du immer wieder in die entsprechenden Navigationspunkte der GSC „Sicherheit & manuelle Maßnahmen“ und den Bereich „Abdeckung“ reinschaust, denn diese Probleme haben oft eine direkte Auswirkung auf deine Rankings.

Weil deine Ressourcen begrenzt sind und einige der angezeigten „Fehler“ keine allzu hohe Relevanz haben, kannst du natürlich nicht alle Probleme gleichzeitig beheben. Deshalb solltest du immer schauen, welche und wie viele Seiten von der jeweiligen Nachricht betroffen sind. Sind es unwichtige Seiten oder nur eine marginale Anzahl, musst du das Problem nicht unbedingt angehen.

Bonusmaterial: Hilfreiche Beiträge zur GSC

Über den Autor

Patrick Deinzer

Nach meinem Studium der Geschichte war ich als In-House SEO bei BOOK A Tiger und anschließend bei Contorion tätig. In beiden Stationen habe ich verschiedene Bereiche der SEO-Landschaft kennengelernt. Nun berate ich die Kunden der Agentur LEAP/ als SEO Consultant und verbessere ihren organischen Traffic.