COO Christoph Michalak im Interview | Teil 2

10 Jahre LEAP/

Nachdem unser COO Christoph Michalak im 1. Teil unseres Interviews nicht nur über die Vergangenheit und Entwicklung von LEAP/ gesprochen hat, sondern auch berichtete, inwiefern er selbst die Agentur geprägt hat, geht es heute mit dem 2. Teil der Interview-Reihe weiter. Viel Spaß beim Lesen!

Christoph Michalak ist CCO der Online-Marketing Agentur LEAP/

Hi Christoph! Im 1. Teil des Interviews haben wir zuletzt darüber gesprochen, was dich an LEAP/ begeistert. Als nächstes möchte ich gerne wissen, was als COO deine Aufgabe bei uns ist.

Meine Rolle ist es, dafür zu sorgen, dass sich das Unternehmen in den vier Dimensionen, die ich bereits genannt habe, ständig fortentwickelt. Um das zu erreichen müssen sich die Finanzen, die Operations und das Personal miteinander verzahnen und wie ein Uhrwerk ticken. Die Workflows in den drei Bereichen zu definieren und optimieren, sodass möglichst wenig Reibungs– und Zeitverluste auf dem Weg der Leistungserbringung entstehen, sind meine primären Aufgaben, die ich als COO bei LEAP/ wahrnehme. Außerdem bin ich jetzt seit fast zwei Jahren Teamleiter des Conversion-Teams. Das Team aufzubauen und zu strukturieren, dem Team die Möglichkeit zu geben, sich zu entwickeln und Projekte wahrzunehmen, ist auch eine Aufgabe von mir.

10 Jahre LEAP/ Aufgaben vom COO

Und welcher dieser Aufgabenbereiche macht dir am meisten Spaß?

Das kann man so pauschal nicht sagen. Ich würde keinen der Bereiche betreuen können, wenn ich nicht in jedem mit Spaß an der Sache arbeiten könnte. Wie überall oszillieren Spannung und Routine in allen Bereichen, die ich verantworte. Wenn sich in den Finanzen eine Routine einstellt, dann rotiert irgendwas im Personal oder im CRO-Team. So wird es nie langweilig.

Die Arbeit mit dem Conversion-Team macht mir sehr viel Spaß. Ich lerne von dem ganzen Team wirklich unglaublich viel und liebe es zu sehen, wie das Konzept der Kreuzung von Online-Marketing und Psychologie aufgeht. Ich merke einfach, dass die Psychologen irrsinnig viel Freude haben zu erkennen, dass sie mit ihrem hochwertigen psychologischen Fachwissen nicht nur klinische Heilungsprozesse anstoßen können.

Bei Finance ist es vielleicht nicht so kreativ wie im CRO – soll und darf es auch nicht sein 😉 – aber das Level an Professionalität und Akkuratheit, das wir mit Nurlana in den Finanzen erreicht haben, ist schon beachtenswert. Bei Finance bereitet mir Spaß und Freude, dass das Team höchst professionell arbeitet und Monat für Monat mit den Finanzreports gnadenlos ehrliche und unverhandelbare Ergebnisse liefert. Im Gegensatz zu den anderen Abteilungen gibt es hier kein “Wenn-und-Aber” sondern ein “So isses”. Auch wenn die Zahlen mir hin und wieder an manchen Stellen keine Freude bereiten, so ist es schon ein enormer Luxus, ein verlässliches, unverzerrtes Spiegelbild über die Performance zu bekommen und hieraus ohne groß überlegen zu müssen direkte Maßnahmen ablesen zu können.

Personal ist stark emotional und volatil. Man pendelt zwischen spannenden Vorstellungsgesprächen, Mitarbeiterboardings, Vertragsanpassungen und Zielvereinbarungen, die kreativ und positiv sind. Es gibt auch manchmal kritisches Feedback zu erteilen und eine beiderseits bedingte Fluktuation ist auch nicht etwas, was ich zu meinen persönlichen Highlights im Personalwesen zählen würde. Letzteres passiert aber sehr selten, sodass ich insgesamt eine sehr positive Bilanz meines Spassfaktors im Personalwesen ziehen darf.

Die Arbeit mit dem Conversion-Team bei LEAP/

Wo siehst du in den nächsten drei Jahren die größten oder vielversprechendsten Herausforderungen?

Ich muss wieder auf die vier Dimensionen zurückgreifen: Kunden, Produkte, Umsatz und Personal. Wir wachsen im Moment sehr gesund und sind nun knapp 60 Mitarbeiter. Innerhalb der nächsten drei Jahre, wird die größte Herausforderung sein, LEAP/ so zu strukturieren, dass wir wachsen, aber nicht Gefahr laufen, Opfer des eigenen Wachstums zu werden. Viele Unternehmen wachsen extrem rasant von 10 auf 50 oder 100 Mitarbeiter und fallen dann wieder auf 30 runter, weil die Zeit und das Wissen fehlte, das Wachstum zu koordiniert zu lenken. Bei 60 Leuten wirken auf das Unternehmen andere Kräfte als bei 15 oder bei 30. Es geht hierbei um den Aufbau von Strukturen, Mechanismen und Abläufen, die uns in die Lage versetzen, das Wachstum von 60 auf beispielsweise 100 Mitarbeiter zu bewältigen und dieses Level dann auch zu halten. Wir müssen die organisatorischen und operativen Weichen so stellen, dass wir das Wachstums geordnet und gesund meistern. Das ist die größte Herausforderung für die kommenden drei Jahre.

Und unabhängig davon: Wo siehst du LEAP/ in 5 Jahren?

An der Börse. *lacht*

Wie Thomas LEAP/ ausbauen möchte ist natürlich seine Entscheidung. Und egal, wie diese ausfällt, ich werde das unterstützen.

Ich glaube, dass wir uns in fünf Jahren in eine Art Mischung aus Agentur und Unternehmensberatung mit Schwerpunkt Online-Präsenz bewegen werden. Die Agentur wird nach wie vor ein Teil des Geschäftes sein, wo Unternehmen Kompetenzen, die sie inhouse nicht haben, auf uns outsourcen. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass wir uns eines Tages mal von der operativen Tätigkeit einer Agentur wegbewegen, hin zu einem Beratungsunternehmen. Dass unsere Designer beispielsweise nicht selbst die neuen Designs erstellen, sondern die Inhouse Designer der Kunden in bestimmten Angelegenheiten beraten. Dass wir also weniger Handgriffe selbst machen und mehr Beratung erbringen.

Außerdem glaube ich, dass wir innerhalb der nächsten fünf Jahre sicherlich auf mehr als 100 Leute wachsen und neue Dienstleistungen aufnehmen werden, von denen ich noch nicht sagen kann, wie diese aussehen werden. Online-Marketing ist ein riesengroßes Feld ist, wo ständig neue Technologien und Trends auftauchen. Es wird Spaß machen, diese neuen Technologien mit konservativen oder traditionellen Trends wie Psychologie, Evolution, Physik, oder zum Beispiel Medizin zu kreuzen und da neue Strategien, Ideen und Lösungsansätze abzuleiten, so wie wir es ursprünglich auch mit Online-Marketing und Psychologie getan haben.

Die Zukunft von LEAP/

LEAP/ mit nur 5 Worten beschrieben ergibt ...?

Agentur mit Herz und Biss.

Nun wird die Agentur ja in diesem Jahr 10 Jahre alt. Hast du eine lustige oder interessante Anekdote auf Lager?

Wenn ich mir aussuchen muss, welche die prägendste war, dann waren das die Anarchie-Wochen mit dem OffPage-SEO-Team:

Wir hatten damals ziemlich große Rückstände, die wir aufholen mussten. Die Teammitglieder waren total überarbeitet und überlastet und hatten einfach keine Motivation mehr. Also habe ich gesagt: “Macht folgendes: Kommt wann ihr wollt und geht wann ihr wollt. Ihr könnt von zuhause aus arbeiten oder sonst wo. Es gibt hier keine Regeln mehr. Aber das Ziel ist es, bis Ende Juni, die gesamten Rückstände abzubauen.”

Das lustige beziehungsweise tragische daran war, dass, nachdem ich die Anarchie-Wochen eingeführt habe, in der ersten Woche gar keiner hier war. Da kam ich kurz ins Grübeln, ob die richtige Strategie gewählt wurde. Aber nach ungefähr einem Jahr bei Barketing und der Zeit, die ich mit dem Team verbringen durfte, wusste ich einfach: die lassen mich nicht hängen. Und so war es auch. Ende Juni hatten wir nur noch 6 von ursprünglich 400 Links offen. Die Mitarbeiter waren immer noch übermüdet, aber wir sind über die Maßnahme der Anarchie zum Ziel gekommen. Das kann man wirklich nur dann machen, wenn man Mitarbeiter hat, die mit dieser Verantwortung, Autonomie und mit dieser völligen Entscheidungsfreiheit verantwortungsbewusst umgehen. Und genau deshalb bin ich auf das Team, dass das damals geschafft hat, unglaublich stolz.

Und was war in den Jahren bei LEAP/ dein wichtigstes Learning? 

Dass es möglich ist, aus Psychologen Conversion-Analysten zu formen. Ich bin mir sicher, dass wir mit diesem Ansatz sehr viel für LEAP/ gewonnen haben. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal von uns. Und die Kommunikation nach außen, dass die Conversion-Optimierung bei uns von Psychologen kommt, die die Entscheidungsprozesse eines einzelnen Users im Netz und auf Websites verstehen, hebt uns von der Konkurrenz ab. Wir haben damit einen Weg gewählt, der das Ganze mit einem wissenschaftlichen Ansatz und belegbaren, nachvollziehbaren und konsistenten Erkenntnissen macht. Und das kommt bei unseren Kunden wahnsinnig gut an. Sie vertrauen uns und empfehlen uns dadurch weiter.

Reports und Learning bei LEAP/

Morgen geht es mit dem 3. und letzten Teil der Interview-Reihe weiter. Dann spricht Christoph über seine ersten Online-Marketing-Erfahrungen und gibt persönliche Details aus seinem Privatleben zum Besten. Bleibt gespannt.