Voice Search SEO: So optimierst du deine Website für Sprachassistenten - LEAP/
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Voice Search SEO: So optimierst du deine Website für Sprachassistenten

Digitale Sprachassistenten: Voice Search SEO ist im Kommen. Tipps zur Optimierung deiner Inhalte für die Sprachsuche mit Siri, Alexa & Co.

von Peter Voß
Lesezeit: 11 Minuten

Das erfährst du in diesem Beitrag:

  • Welches sind bei der Sprachsuche die vier Platzhirsche?
  • Wie ist der Status quo der Sprachsuche?
  • Wie optimierst du deine Inhalte für die Sprachsuche?

Bis vor kurzem habe ich die sprachbasierten Dienste von Google Assistant, Alexa, Siri, Cortana & Co. selbst so gut wie gar nicht benutzt. Denn im Alltag werden die digitalen Sprachassistenten zur Sprachbefehl-Nutzung „gefühlt“ bislang kaum genutzt – obwohl mittlerweile neun von zehn Deutschen über 18 Jahren ein Smartphone besitzen. So kam der „Voice Search Readiness Report 2019“ des Online-Marketing-Unternehmens Uberall zu dem Ergebnis, dass nur etwa jeder fünfte Deutsche mindestens einmal pro Woche per Sprachbefehl sucht. Oder sollte man besser sagen: bereits jeder fünfte Deutsche …?

Der Grundstein ist somit jedenfalls gelegt – es fehlt allerdings noch ein wenig an Akzeptanz, um die KonsumentInnen weiter an die innovativen Angebote der Anbieter und Anbieterinnen für die digitalen Sprachassistenten heranführen zu können. Das dürfte sich in Zukunft ändern.

In diesem Beitrag erfährst du, warum Voice Search für dein Unternehmen immer wichtiger wird und wie du deine Website dafür optimierst.

Wenn du dich vorab über weitere aktuelle SEO-Trends informieren möchtest, dann wirst du in unserem Beitrag „SEO-Trends 2020: Was ist, bleibt und wird wichtig in der Welt der Suchmaschinenoptimierung?“ fündig.

Voice Search: Google Assistant, Siri, Alexa & Cortana liegen vorn

Gehen wir zunächst zum Ursprung der Quelle: den AnbieterInnen für die Sprachassistenz. Die Studie SPLENDID Research zu digitalen Sprachassistenten von 2019 hat ergeben, dass 17 Prozent der 1006 Befragten den Google Assistant kennen und nutzen – während 60 Prozent ihn lediglich kennen und 23 Prozent noch nie davon gehört haben. Bei Amazons Alexa sind es entsprechend 14, 78 und 8 Prozent, bei Apples Siri 14, 63 und 23 Prozent und bei Microsofts Cortana 9, 43 und 48 Prozent.

Hier die vier Marktführer im Überblick:

Google und Amazon sind die größten Player im Markt. Entscheidend für den Markterfolg ist die Performance. Hier liegt auch der große Unterschied zwischen Amazon und Google. Amazons Echo-Reihe nutzt den konzerneigenen virtuellen Assistenten Alexa. Google setzt hingegen auf seinen Google Assistant. Apple (Siri) und Microsoft (Cortana) nutzen ebenfalls eigene Lösungen wie Bing oder Yelp.

Alle vier Sprachassistenten beantworten die Fragen aus der Sprachsuche. Aufgrund der unterschiedlichen Software der Sprachassistenten (und der verwendeten Suchmaschine) variieren die Antworten jedoch meist, welche die UserInnen auf ihre Suchanfrage erhalten. Denn sie greifen ja auf unterschiedliche Datenbanken zurück.

Eine weitere Möglichkeit ist die direkte Sprachsteuerung, mittels derer über eine App eine bestimmte Aktion ausgelöst wird.

Welcher Sprachassistent versteht uns am besten?

In einem großen Vergleichstest mit 800 Fragen hat GoogleWatchBlog Ende 2018 gezeigt, dass der Google Assistant Nutzer und Nutzerinnen am besten versteht: Der Sprachassistent hat 100 Prozent aller Fragen korrekt verstanden und bei immerhin 88 Prozent auch die gewünschte richtige Antwort geliefert.

Aber auch die direkte Konkurrenz (Alexa, Siri und Cortana) versteht über 99 Prozent der Fragen – wobei allerdings die korrekten Antworten stark voneinander abweichen.

Wie ist der Status quo bei der Sprachsuche?

Bei meinen zusätzlichen Recherchen über die aktuellen Möglichkeiten zur Optimierung der Inhalte bei der Sprachsuche bin ich unter anderem auf den Beitrag “Deine Webseite ist noch nicht für Voice Search optimiert? Macht nix.” auf SISTRIX gestoßen.

Der Titel alleine ist bereits vielsagend, und mich persönlich haben manche Aussagen gar nicht allzu sehr überrascht.

Die fünf Kernaussagen aus dem Beitrag kurz zusammengefasst:

  1. Die Datenquellen zur digitalen Sprachnutzung: veraltet und nicht up to date
  2. Die Prognosen: nicht wirklich wissenschaftlich unterfüttert
  3. Die Umfragen: nicht repräsentativ für den deutschen Markt
  4. Der Nutzen: kein wirklicher Mehrwert
  5. Die Kommentare zum Thema: vernichtend und sarkastisch

Besteht also kein Anlass, sich tiefergehend mit der Sprachsuche zu beschäftigen …? Und ist das alles am Ende wieder nur ein weiterer Hype?

Davon ist nicht auszugehen. Die Sprachsuche wird bleiben und sich stetig weiterentwickeln.

Für dein Unternehmen bedeutet das: Potenzielle KundInnen erfragen Öffnungszeiten, Filialadressen und weitere Angaben von Alexa, Google Assistant, Siri, Cortana & Co. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, solltest du daher sicherstellen, dass die gegebenen Antworten stets korrekt sind – auch wenn die Fragen noch immer nicht alle richtig verstanden werden. Dies erreichst du, indem du zum Beispiel die Informationen auf deiner Website maschinenlesbar und strukturiert aufbereitest und deine Daten auf Online-Plattformen wie Facebook, Twitter, Google, Google Maps, Yelp und weiteren Branchenverzeichnissen immer auf dem aktuellen Stand hälst. Die Disziplin einer automatisierten Aktualisierung deiner Webseiteninhalte wird auch als „Digital Knowledge Management“ bezeichnet.

Kommen wir nun zu den Kernfragen, die sich Betreiber und Betreiberinnen von Websites in Sachen Voice Search stellen. Unser Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem Google Assistant als führendem Sprachassistenten.

Ist es sinnvoll, auf die Sprachsuche zu optimieren?

Voice Search wird immer relevanter, auch wenn das heute noch nicht offensichtlich sein mag. Bei digitalen Assistenten lässt es sich aber schon beobachten. Wer sich daran gewöhnt, mit einem digitalen Assistenten zu sprechen und dabei überwiegend positive Erlebnisse hat, wird dieses Verhalten bald in seine tägliche Routine integriert haben.

Voice Search wird bald so selbstverständlich zum Einsatz kommen wie heute das Eintippen einer Suchanfrage – egal ob an mobilen Geräten oder Desktop-Computern. Wenn dein Geschäftsmodell vom Suchmaschinen-Traffic abhängig ist, solltest du also schon jetzt die Weichen stellen. Und dafür gibt es einfache Methoden, die du für dich und deine Website nutzen kannst. Denn wenn du bei deinem Online-Marketing-Mix schon immer auf nachhaltige Suchmaschinenoptimierung gesetzt hast, dann stehst du bereits gut in den Startlöchern.

Wie kann man darauf optimieren?

Hier sollte man sich zunächst mit den Voraussetzungen auseinandersetzen, die erfüllt werden müssen, damit du überhaupt beim Google Assistant als Antwort ausgespielt wirst. Dazu gibt es eine aussagekräftige Sprachstudie von SEMrush aus dem Jahr 2019, welche Faktoren behandelt, die das Suchmaschinenranking beeinflussen.

Zweierlei geht aus der Studie hervor:

  • Du solltest mit deiner Webseite bei den Suchergebnissen in den Top 3 ranken, denn 80 Prozent der Antworten kommen von diesen Platzierungen.
  • Die Länge der Antwort sollte idealerweise zwischen 29 und 43 Wörter betragen.

Bedeutet: Du brauchst sehr gut aufbereiteten Content und darin einen Absatz, der in der vorgegebenen Länge vom Google-Algorithmus ausgelesen und an den Nutzer bzw. die Nutzerin ausgespielt wird.

Zum Einstieg in die Optimierung der Sprachsuche solltest du– sofern du noch irgendwie drankommt – Googles mittlerweile nicht mehr via Download erhältliche PDF „Evaluation of Search Speed Guidelines“ lesen und dich zunächst mit Kapitel 1 „Needs Met Rating“ (die Suchintention) beschäftigen. Dort gibt es einige Beispiele, was Google für eine gute und schlechte Antwort hält und wie das Ganze aufgebaut ist.

Im Kapitel 2 „Speech Quality Rating“ (Länge + Formulierung + Rhetorik) findest du weitere Beispiele zu suboptimaler Länge und schlechten Formulierungen. Das hilft dir generell für ein besseres Verständnis zu Featured Snippets.

Eine kurze Zusammenfassung der Guidelines findest du auf Search Engine Land. Weitere Informationen gibt‘s in den Search Quality Rater Guidelines (PDF).

Was haben die Featured Snippets damit zu tun?

Ganz wichtig zu wissen ist, dass 70 Prozent aller Sprachantworten aus den SERP-Features kommen und nicht aus der organischen Suche. SERP-Features sind Informationen wie Featured Snippets, Knowledge Graph, Boxen usw.

In unserem Beitrag „Featured Snippets: So rankst du über den eigentlichen Suchergebnissen“ erfährst du mehr über Featured Snippets.

Wenn wir davon ausgehen, dass 60 Prozent der Sprachantworten aus Featured Snippets kommen und wir diese optimieren, optimieren wir auch automatisch zu 90 Prozent für die Voice Search.

Die Vorgehensweise für die Optimierung ist recht simpel:

  1. Mit welchem Keyword rankst du in der Top 10?
  2. Welche Fragen werden zu diesem Keyword gestellt oder impliziert?
  3. Sieh dir die aktuellen Featured Snippets an (bspw. mit SEMrush)
  4. Wähle darauf das passende Format: Absatz, Liste, Tabelle oder ein Video
  5. Analysiere die Formulierung deiner bestehenden Featured Snippets
  6. Erstelle den entsprechenden Content auf der Seite: Länge, Formulierung, Leselevel

Achte darauf, dass du die Fragen kurz und knackig beantwortest. Bei Videos benötigst du eine sinnvolle Beschreibung. Beim Leselevel ist es wichtig, dass der Text für den Algorithmus einfach zu verstehen und zu interpretieren ist.

Es gab am 20.01.2020 ein Googles Featured-Snippet-Update. Auf dem Blog von Search Engine Roundtable findest du noch ein paar tiefergehende Details hierzu.

Wie optimiert man für die Long-Tail Keywords in der Sprachsuche?

Für eine weitere Verbesserung der Sprachsuchergebnisse benötigen wir Long-Tail Keywords.

Das sind zu einer Phrase zusammengesetzte Keywörter wie zum Beispiel „Wie repariere ich einen Wasserhahn?“.

Diese wirken nicht nur etwas „gesprächiger“ als Short-Tail Keywords, sondern führen auch eher zum richtigen Ergebnis, da die Intention leichter erkennbar wird.

Darum:

  • Mach der Suchmaschine klar, was du beabsichtigst
  • Recherchiere die Long-Tail Keywords über die Google-Suche („andere Personen suchten auch“)
  • Denke daran, dass die Leute reden und nicht mehr nur tippen. Sprachsuchabfragen können sieben oder mehr Wörter beinhalten.
  • Verwende die richtigen Schlüsselwörter für deine Branche

Denn sind wir mal ehrlich: Es ist doch auch viel einfacher, qualitativ hochwertige Inhalte um Konversationsphrasen herum zu erstellen als um eine Handvoll Wörter. Und klar ist auch: Guter Content steht bei Google weiterhin ganz hoch im Kurs.

Warum müssen wir auf die Ladegeschwindigkeit achten?

Die Ladegeschwindigkeit von Websites ist gerade bei der Voice Search der springende Punkt und ein wichtiger Rankingfaktor. Daher ist die Reduzierung der Ladezeiten bei Voice Search vorrangiges Ziel.

Die durchschnittliche Ladezeit beträgt bei der Sprachsuche 4,2 Sekunden, das ist 52 Prozent schneller als bei einer herkömmlichen Suche. Aber keine Panik: Das sind noch keine Hyperschallgeschwindigkeiten. Und wenn du bereits eine gute bis mittlere Ladezeit bei deiner Seite verzeichnest, hast du hier gar nicht so viel zu optimieren.

Warum sollte deine Seite eine gute Domain Authority haben?

Studien von SEMrush und backlinko sind aufschlussreich, was das Thema „Domain Authority“ angelangt. Die Seiten mit dem höchsten Autoritätswert bekommen die meisten Sprachausgaben, da sie wahrscheinlich auch über die meisten Top-3-Rankings verfügen.

Wie erhöhst du deine Domain Autorität?

  • Verwende eine benutzerfreundliche Seitenstruktur
  • Sorge für eine korrekte Verlinkung von Ankertexten
  • Lege aussagekräftige (sprechende) kurze URLs an
  • Sorge für eine hohe Website-Geschwindigkeit

Wir sollten allerdings nicht vergessen: Eine Korrelation impliziert noch keine Kausalität!

Dennoch wollen wir vorne ranken und wir möchten, dass Google uns vertraut. Daher müssen wir dieses Vertrauen aufbauen, bis wir in unserer Nische konkurrenzfähig sind. Es ist zielführend, eine ausreichend große Anzahl von Backlinks aufzubauen, die essenziell für dein Ranking sind. Außerdem solltest du deine Offpage-Signale stärken.

Benötigen wir strukturierte Daten in diesem Fall das Markup „speakable“?

Unser nächster Punkt ist aus unserer Sicht eher ein Zukunftspunkt: Wer sich bereits mit dem Thema strukturierte Daten beschäftigt hat, wird bestätigen, dass die Markups von schema.org sinnvolle Ergänzungen und wichtige Zusatzinformationen liefern und für Google eine wichtige Rolle zum Verständnis deiner Seitenstruktur spielen.

Daher raten wir dir, das Markup „speakable“ zu testen. Hierzu bietet Google einen Guide. Dieses Markup war anfangs nur für die Bereiche News Content und Google News verwendbar, seit Dezember 2019 kann es aber auch für Speakable Content eingesetzt werden. Heißt: Der Text ist so gut aufbereitet, dass er von Assistenten wie Google Home oder Google Assistent sinnvoll ausgelesen werden kann und vor allem gut klingt.

Du setzt also nicht den gesamten Text in das Markup, sondern nur Absätze, die sinnvoll zur Beantwortung bestimmter Fragen sind. Hierbei ist darauf zu achten, dass dieser Text die oben genannte Länge nicht überschreitet, da er sonst nicht für die digitalen Assistenten ausgespielt wird. Zwei bis drei Sätze sind aus unserer Sicht ideal.

Zusammenfassung

Den digitalen Sprachassistenten gehört die Zukunft und es wird mit der Zeit sicherlich mehr und mehr Punkte geben, die für die Sprachsuche sprechen. Vor allem weil sie der Bequemlichkeit der NutzerInnen in die Hände spielt – und ihnen gleichzeitig die Hände freihält.

Voice Search SEO dient der Optimierung von Inhalten für die Sprachsuche, damit diese von den Sprachassistenten präferiert zu entsprechenden Fragen ausgelesen und von den Sprachassistenten ausgespielt werden.

Optimiere deine Websites und achte insbesondere auf den sinnvollen Einsatz strukturierter Daten. Stelle deine derzeitige Strategie zur Suchmaschinenoptimierung immer wieder auf den Prüfstand und behebe alle Probleme, die deine Website aktuell davon abhält, Top-Rankings zu erzielen.

Löse die Geschwindigkeitsbremsen und gestalte deinen Content so, dass er Probleme löst und einen dauerhaften Mehrwert liefert. Solche Inhalte werden nicht nur von anderen Websites verlinkt, sondern auch in sozialen Netzwerken geteilt und verbreitet. Mit Maßnahmen wie diesen machst du dich und deine Website fit für das nächste Zeitalter der Suche.

Das ist ein Artikel von

Peter Voß

Ich habe 1999 meine erste Webseite aufgesetzt und beschäftige mich seitdem mit dem Online Marketing. Nach einer 10 monatigen Weiterbildung bei der Cimdata GmbH in Berlin mit den Schwerpunkten SEO/SEA und responsives Webdesign bin ich nun seit Jan.2019 als SEO-Consultant bei der LEAP/ Online Marketing Agentur und helfe unseren Kunden bei der Suchmaschinenoptimierung.