, Peter Voß

Wie du mit SEO deine Nutzersignale verbesserst

Du willst wissen, mit welchen SEO-Maßnahmen du die Nutzersignale deiner Seite verbessern kannst? Hier gibt es die Antworten.

von Peter Voß
Lesezeit: 18 Minuten

Das erfährst du in diesem Beitrag

  • Welche Nutzersignale wirken sich auf dein Ranking aus?
  • Wie beurteilt Google deinen Content?
  • Was kannst du tun, um die Nutzersignale zu verbessern?

Nutzersignale haben sich neben dem Content der Seite, technischen Faktoren und Backlinks längst zur vierten zentralen Säule in der Suchmaschinenoptimierung entwickelt. Soweit nichts Neues. Doch was ist unter Nutzersignalen zu verstehen? Wann kommen sie zur Geltung? Und vor allem: Was könnt ihr konkret tun, um mit euren Optimierungsmaßnahmen euer Ranking zu verbessern?

Grundlage dafür ist, dass eure Website überhaupt Traffic erhält. Schließlich nützt die tollste Seite nichts, wenn sie keine Besucher hat. Je nach Thema und Bekanntheit oder eurem Budget seid ihr somit auf organischen Traffic angewiesen. Falls es jedoch bereits an dieser Stelle hakt, hilft euch unser Guide mit 10 technischen SEO-Tipps für Einsteiger weiter.

Sind die User dann einmal bei euch gelandet, geht es darum, sie zufriedenzustellen und ihnen genau die Inhalte zu bieten, die sie gesucht haben. Sprich: Die User Experience muss stimmen. Worauf müsst ihr also achten? Nun, diese Frage ist nicht pauschal zu beantworten, da jeder Websitebesucher individuelle Vorstellungen und Ansprüche hat, was er auf eurer Seite zu finden hofft …

Exkurs: Nutzersignale vs. Rankingfaktoren

Zu den „klassischen“ Nutzersignalen zählen insbesondere Absprungrate, Verweildauer, Klickrate (CTR), Long Click/Short Click sowie die Scroll-Tiefe.

Bevor wir aber ins eigentliche Thema einsteigen, schnell noch ein kleiner Exkurs: Gerade SEO-Einsteiger neigen dazu, die Begriffe „Nutzersignal“ und „Rankingfaktor“ gewissermaßen synonym zu verwenden. Das ist so natürlich nicht richtig, zumal seit jeher umstritten ist, ob und inwiefern Nutzersignale direkte oder indirekte Rankingfaktoren sind. Mehr dazu im empfehlenswerten Beitrag „Sind Nutzersignale & Nutzerverhalten Rankingfaktor/ Rankingsignal?“ von Aufgesang-Mastermind Olaf Kopp.

Klar ist lediglich, dass die Ausspielung der Google-Suchergebnisse auf mehr als 200 einzelnen Faktoren basiert. Diese lassen sich grob in die Kernthemen Onpage, Offpage, Content und User Experience aufteilen. Diese Unterscheidung müssen wir uns klar vor Augen halten.

Schauen wir uns nun an, was sich hinter diesen ominösen Nutzersignalen verbirgt und wie Google diese bei der Ermittlung der Rankingpositionen einfließen lässt. So spielt die Verbreitung von Googles Browser Chrome eine zentrale Rolle bei der Messung der Nutzersignale, und laut aktuellen Statista-Zahlen hat dieser einen Marktanteil von rund 45 Prozent in Deutschland. Damit ist Chrome ganz klar Marktführer. Und auch wenn Google nach wie vor vehement bestreitet, Daten aus Chrome weiterzuverwenden, liegt zumindest die Vermutung nahe, dass diese Informationen sehr wohl genutzt werden. Jedenfalls spricht das Google-Patent zur Bewertung von Nutzersignalen „Website duration performance based on category durations“ dafür.

Nur sicherheitshalber: Google Analytics liefert Websitebetreibern zahlreiche Informationen rund um das Verhalten der User auf eurer Seite. Damit solltet ihr schon gleich zu Anfang arbeiten und dann nach und nach weitere Tools „hinzuschalten“.

Welche Informationen erhaltet ihr durch Nutzersignale?

Schauen wir uns jetzt einmal an, welche Arten verschiedener Nutzersignale wir senden, sobald wir auf einen Link in den SERPs klicken. Letztlich ist dies nichts anderes als ein direktes Feedback, ob eure Seite die Erwartungen der Nutzer erfüllt oder nicht.

Zur Verdeutlichung ein einfaches Beispiel: Ein Nutzer gelangt über die organischen Suchergebnisse auf eure Seite und kehrt nur wenige Sekunden später zu den SERPs zurück. Er verweilt also nur sehr kurz auf eurer Seite. Aus diesem Szenario ergeben sich verschiedene Kennzahlen, deren Analyse einigen Interpretationsspielraum zulässt. So ist die Kennzahl Time on Site (Zeit, die auf eurer Seite verbracht wurde) bzw. die Bounce Rate (Anteil an Nutzern, die ohne weitere Interaktion die Seite wieder verlassen) nur wenig aussagekräftig. Schließlich gilt es auch zu berücksichtigen, welche Suchintention den User auf eure Seite geführt hat.

Gehen wir daher einfach mal von einer rein informativen Suchanfrage ohne transaktionalen Bezug aus. Der Nutzer hat also nicht die Absicht, irgendetwas zu kaufen, einen Download durchzuführen oder sich beispielsweise für einen Newsletter anzumelden.

Was sagt nun eine kurze Verweildauer in diesem Fall aus?

Darauf gibt es zwei mögliche, aber sehr unterschiedliche Antworten:

  • Der Nutzer war von der Präsentation eurer Seite „abgeschreckt“ und hat diese schnell wieder verlassen, um auf das nächste Suchergebnis zu klicken.
  • Eure Seite ist gut strukturiert, und der Nutzer konnte ohne langes Suchen auf einen Blick schnell und unkompliziert das finden, wonach er gesucht hat.

Hier zeigt sich, dass ein reiner Zahlenwert bzw. der Vergleich verschiedener Zahlen keinen validen Erkenntnisgewinn bringt, wenn nicht gleichzeitig der Inhalt der Seite und die Nutzerintention betrachtet werden.

Anders verhält es sich mit der Return-to-SERP-Rate, also dem Prozentsatz der Nutzer, die von eurer Website direkt wieder zur Suchergebnisseite zurückkehren. Ist dieser Anteil sehr hoch, solltet ihr über euren Content nachdenken und diesen mit dem inhaltlichen Angebot direkter Wettbewerber vergleichen. Schneidet ihr dabei eher schlecht ab, wisst ihr, dass ihr hier nochmal nacharbeiten müsst.

Aber auch technische Faktoren bzw. Unzulänglichkeiten können dazu führen, dass Nutzer eure Seite allzu schnell wieder verlassen. Man denke etwa an schlecht klickbare Buttons, nicht abspielbare Videos, suboptimale Ladezeiten und dergleichen. Diese Probleme gilt es dann ebenfalls schnellstmöglich zu beseitigen, um eine bessere Nutzererfahrung zu gewährleisten.

Der Einfluss von Social Signals auf euer Ranking

Hin und wieder kocht die Diskussion hoch, ob und inwiefern sich Signale aus den sozialen Medien wie Likes, Kommentare und Shares auf das Ranking auswirken. Aus Sicht vieler Experten hat die Interaktion von Fans und Followern auf den diversen Plattformen allerdings keinen direkten Einfluss auf die Position von Websites innerhalb der SERPs. Ein kausaler Zusammenhang zwischen Social Signals und Ranking konnte bislang nicht nachgewiesen werden.

Entsprechend äußerte sich Gary Illyes, seines Zeichens Webmaster Trends Analyst und für Google tätig, schon vor einiger Zeit auf eine Anfrage auf Twitter.

In seinem Beitrag „Warum Social Signals Backlinks nicht als wichtigsten externen Rankingfaktor ablösen werden“ von 2017 zog LEAP/-Chef Thomas Gruhle daher folgendes Fazit: „Googles offizielle Sprachrohre [sahen sich] in den vergangenen Jahren immer mal wieder genötigt, ein Statement zu Social Signals und ihrer Wirkung auf das Ranking abzugeben. Zuletzt wurde es allerdings sehr ruhig um dieses Thema – lediglich in den Google Webmaster Hangouts stellt John Mueller immer mal wieder fest, dass diese Signale nicht genutzt werden, da alle Links aus den sozialen Netzwerken ja Nofollow sind. (…) Bis jetzt hat Google es nicht geschafft, aus den Social Signals einen Nutzen für das Ranking zu ziehen.“

Dennoch sind zusätzlicher Traffic und Brand Awareness sowie gegebenenfalls auch zusätzliche Backlinks, die auch 2020 ein wichtiger Rankingfaktor sind, weiterhin positive Effekte, die ihr in einem ausgewogenen Marketing-Mix keineswegs außer Acht lassen dürft. Auch wenn Social Signals kein direkter Rankingfaktor sind.

Welche Hebel für bessere Nutzersignale gibt es?

Wir haben schon des Öfteren darauf hingewiesen, dass Snippetoptimierung ein wichtiger Baustein in eurer SEO-Strategie sein sollte. Falls das noch nicht der Fall ist, gehört es schleunigst auf eure To-do-Liste. Mehr dazu im zweiten Teil unserer Serie. Soviel aber schon einmal vorweg: Schafft den Usern in den Snippets Anreize, auf eure Seite zu klicken, und erfüllt diese „Versprechen“ dann unbedingt mit euren Seiteninhalten!

Womit wir bei der Content-Optimierung als einem weiteren wichtigen Hebel zur Verbesserung der Nutzersignale wären. Hierzu existieren zahlreiche Meinungen und Ansätze – sei es holistischer Content oder der Einsatz hilfreicher Infografiken und/oder Videos, die den User dazu anhalten, länger auf einer Seite zu bleiben. Grundsätzliches zum Thema Content erfahrt ihr im Beitrag „Content-Qualität: Worauf es wirklich ankommt“ von Andreas Quinkert.

Es kommt jedoch nicht nur auf die „reinen“ Inhalte eurer Website an. Daneben muss immer auch die gesamte Usability eurer Seite optimal gestaltet sein, um ein rundum angenehmes Nutzungserlebnis zu schaffen. Je nach Zielgruppe und Thema sind Checklisten gegenüber einem langen Fließtext oftmals die bessere Wahl. Lockert die Inhalte zudem durch eine gute Struktur auf, damit Wichtiges schnell und einfach erfasst werden kann.

Und denkt stets daran: Die Seite muss dem User gefallen und nicht (nur) der Suchmaschine!

Darüber hinaus kann euch die Einbindung strukturierter Daten zu mehr Aufmerksamkeit in den SERPs verhelfen und auf diese Weise zu einem Plus an Nutzersignalen führen. Dies insbesondere dann, wenn eure Wettbewerber aktuell noch keine strukturierten Daten nutzen. Führt aus diesem Grund eine kurze Konkurrenzanalyse durch, indem ihr nach einigen wichtigen Begriffen sucht, für die ihr schon rankt oder in Zukunft ranken wollt. So verschafft ihr euch Klarheit, ob ihr damit im besten Fall die Nase vorne haben oder zumindest gleichziehen könnt, um nicht den Anschluss zu verlieren.

Auch die Klickrate (CTR) ist ein Nutzersignal, welches das Ranking beeinflusst. Oder etwa doch nicht? Google selbst hat jedenfalls immerzu behauptet, dass dem nicht so ist. Eine aktuelle Fallstudie von Olaf Kopp legt jedoch nahe, dass es zumindest in der jüngeren Vergangenheit noch einen direkten Zusammenhang zwischen CTR und Ranking gegeben hat – und der Einfluss der Klickrate erst zuletzt deutlich zurückgeschraubt wurde. Es bleibt abzuwarten, ob sich dies in Zukunft bestätigt.

Wie auch immer: Zweifelsohne ist es erstrebenswert, dass ihr einen hohen Anteil der Suchenden in Besucher eurer Seite umwandelt und so “Klick für Klick” wertvolle Nutzersignale generiert. Lasst dabei aber die Finger von Klickbots und ähnlich fragwürdigen Methoden, wenn ihr nachhaltig Erfolg haben wollt! Zwar sorgt ihr somit vielleicht kurzfristig für eine Verbesserung eures Rankings – Google dürfte diese Manipulation jedoch schnell aufdecken und die SERPs entsprechend justieren.

Funktionierende Technik ist die Grundlage

Wollt ihr langfristigen Erfolg, dann kümmert euch um all diese SEO-Baustellen und sorgt außerdem dafür, dass eure Seite schnell lädt! Die Page Speed als einer der zentralen Rankingfaktoren ist ein Thema, das uns bei LEAP/ in unserer täglichen Arbeit immer wieder begegnet. Klar ist: Lädt eure Seite zu langsam, springen viele Nutzer noch währenddessen ab – eine denkbar schlechte Voraussetzung für ein positives Nutzererlebnis. Das Gleiche gilt für die mobile Optimierung.

Ihr kommt also nicht drum herum, die in diesem Beitrag angesprochenen Punkte anzugehen und somit die Grundlage dafür zu schaffen, dass sowohl Mensch als auch Suchmaschine eure Seite mögen und für nützlich erachten. Wichtig ist aber auch: Es mag viele Möglichkeiten geben, die Nutzersignale als zusätzlichen Rankingfaktor positiv zu beeinflussen – ein Allheilmittel ist dies jedoch nicht.

Nutzersignale beruhen auf hilfreichem Content

Google erwartet guten Content auf eurer Seite und fordert Webmaster immer wieder auf, Inhalte zu produzieren, die den Nutzer abholen, fesseln und informieren. Und vor allem sollen sie Nutzern einen greifbaren „Mehrwert“ bzw. Nutzen bieten. Genau dann erhaltet ihr von euren Nutzen positive Signale zurück.

Eine der häufigsten Fragen lautet dabei: Wie lang sollte ein Contentstück im besten Fall sein? Darauf lässt sich jedoch keine allgemeingültige Antwort geben, denn es gibt keine „verbindliche“ Contentlänge. Auch wenn das in der Vergangenheit immer wieder mal behauptet wurde.

Allerdings sollten eure Inhalte die nötige Tiefe haben und ein Thema möglichst umfassend behandeln, was wiederum vom Themenzuschnitt abhängt. Ein stark vereinfachtes Beispiel: Handelt ein Contentstück ganz allgemein vom Thema Conversion-Rate-Optimierung, dann ist es mit zwei, drei kurzen Absätzen wohl nicht getan. Fokussiert ihr euch hingegen auf einen bestimmten Aspekt des Gesamtthemas, muss euer Contentstück sicherlich keine E-Book-Länge haben.

Kurzum, Inhalte sollten jeweils angemessen lang sein. Dafür entwickelt man mit der Zeit und zunehmender Erfahrung ein immer besseres Gefühl. Zudem sollte die Antwort auf die Nutzerfrage bereits im sichtbaren Bereich, also above the fold, zu finden sein.

Klar ist jedenfalls: Eine tolle User Experience ergibt sich nicht „wie von selbst“ aus der Textlänge.

Wichtig ist ferner, dass euer Content leicht verständlich ist. Hier lohnt sich der Blick auf eure Konkurrenten: Wie gehen diese mit gemeinsamen Themen um, und wie bereiten sie diese inhaltlich auf? Welche Formulierungen benutzen sie? Und sind die Themen und die daraus generierten Inhalte interessant genug, dass User längere Zeit auf der Seite verweilen?

Aber Vorsicht: Finden User auf einer Seite sehr schnell die gesuchte Antwort, so ist dies trotz der eher kurzen Verweildauer ein Erfolg. Insofern ist die Absprungrate bzw. Bounce Rate kein direkter Rankingfaktor – es sei denn, Google setzt die Bounce Rates zweier Seiten ins Verhältnis zueinander. Heißt konkret: Ist eure Bounce Rate höher bzw. schlechter als die der Website, die vor euch rankt, könnte genau dies der Grund bzw. einer der Gründe für eure schlechtere Platzierung sein.

Kundenzufriedenheit: Drei zentrale Fragen

In puncto Nutzerzufriedenheit solltet ihr euch stets folgende Fragen stellen:

  1. Welche Fragen hat der Nutzer zu welchem Thema?
  2. Hat er ein kurzfristiges oder ein langfristiges Ziel? (Benötigt er eine schnelle Information oder plant er eine Neuanschaffung?)
  3. Wie führe ich ihn zu seinem nächsten Schritt, so dass er sein Ziel erreicht?

Doch wieso ist die Zufriedenheit so wichtig für das Ranking, und wie geht Google das an?

Dazu erläutere ich zunächst einen Begriff, der sich äußerst negativ auf euer Ranking auswirkt: Pogo Sticking. Das liegt dann vor, wenn der Nutzer auf eurer Seite landet, aber nicht das von ihm Gesuchte findet, weshalb er wieder zurück in die SERPs springt und auf ein anderes Ergebnis klickt. Das ist der Worst Case und bewirkt ein schlechteres Ranking bei Google.

Bekanntermaßen ist die Investition in eine höhere Conversion-Rate eine lohnenswerte Investition. So ist es sehr viel schwieriger, den Traffic zu verdoppeln als die Conversion-Rate. Und jetzt kommt’s: Gut also, dass die Verdopplung der Conversion-Rate bis zu 100 Prozent mehr Umsatz bedeuten kann.

Welche Möglichkeiten ihr hierbei habt, erfahrt ihr beispielsweise in unseren aktuellen Beiträgen „So verbessert ihr auch in Krisenzeiten die Performance eurer Websites und Onlineshops“ und „A/B-Testing in der Conversion-Rate-Optimierung: So führen die richtigen Ziele zum Erfolg“.

Zufriedenstellende Ergebnisse für Suchbegriffe und Suchanfragen zu bieten, ist damit unabdingbar für das Ranking und zielführend für euren geschäftlichen Erfolg. Denn nur dann heimst ihr bei Google Top-Positionen ein.

Wie sieht und bewertet Google eure Seite?

Für ein besseres Ranking benötigt ihr einen hohen Page Quality Score, und dieser sollte stetig verbessert werden. Heißt: Die Seite muss im Kontext mit einer Suchanfrage stehen. Daher sollte nicht im Vordergrund stehen, wie ihr eure Website „aufhübscht“, sondern wie ihr diese oder jene Suchanfrage höchst zufriedenstellend beantwortet.

Um näher zu untersuchen, zu welchen Suchbegriffen eine Website rankt, bietet Google eine interessante Hilfe auf seiner Suchseite an. Hierfür müsst ihr euch mit dem zu eurer Website gehörenden Google-Konto anmelden und bei Google einen Suchbegriff eingeben.

In den Suchergebnissen erscheint dann eine Informationsbox zu eurer Seite, die euch ganz unten zwei weitere Möglichkeiten bietet: Unter Punkt 1 werdet ihr direkt zur Google-Search-Konsole weitergeleitet. Und unter Punkt 2 erhaltet ihr zusätzliche Empfehlungen, die wir hier kurz zusammengefasst und mit unseren Erfahrungen angereichert haben:

  • Relevanz
    • Ist die Information nützlich für den User?
    • Beinhaltet die Seite einen deutlichen Mehrwert?
  • Vollständigkeit
    • Kein Kleingedrucktes und keine versteckten Informationen
  • Lesbarkeit
    • Textgröße, Kontrastverhältnis
    • Keine überlappenden Bereiche
  • Bedienung
    • Sind die Buttons groß genug und klickbar – vor allem in der mobilen Version?
    • Ist die Navigation überschaubar und nicht überfrachtet?
  • Aktualität
    • Werden die Seiten regelmäßig aktualisiert? (Google mag keine veralteten Dokumente.)
  • Genauigkeit
    • Ist es referenzierbar?
    • Stimmen die aufgelisteten Daten?
  • Werbung
    • Werbetreibende, die Interstitial-Seiten oder Anzeigen verwenden, sollten überprüfen, ob ihre Anzeigen die Fähigkeit eines Nutzers, auf den Hauptinhalt einer Seite zuzugreifen, nicht einschränken.
  • Expertenseiten
    • HTTPS-Verschlüsselung
    • E-A-T-Konformität (Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness)
    • Vertrauenswürdige Backlinks von Expertenseiten

Da Google eine Textsuchmaschine ist, solltet ihr auch weiterhin Text auf eurer Seite verwenden. Zudem sollten Fotos, Videos, PDFs zwingend mit den richtigen Suchbegriffen vertaggt werden. Und darüber hinaus sorgt eine Verlinkung eurer Seite auf anderen, seriösen Websites für ein höheres Vertrauen. Stichwort Trustbuilding.

In Fachkreisen wird übrigens gemunkelt, dass Google diese Box nur dann anzeigt, wenn eine Website relevant genug ist für den Suchmaschinen-Giganten aus Mountain View, Kalifornien.

Traffic ist der Schlüssel

Aus all diesen Informationen ermittelt Google nun die Nutzerzufriedenheit. Doch ist das reine Interpretationssache, oder was ist hier messbar? Wie kann Google bestimmen, ob ein Nutzer tatsächlich zufrieden ist – und in welchem Maße?

Aus unserer Sicht ist dies eine Frage des Traffics. Denn genau darüber untersucht Google neue Seiten und neu gestaltete Seiteninhalte. Hierzu wird geprüft, zu welchem Keyword der Content ranken soll. Dann setzt Google diese Seite in ein Verhältnis zu ähnlichen Seiten, die zu demselben Keyword ranken. Und auch die Verweildauer kommt wieder zum Tragen, indem sie zu einem großen Anteil eure Platzierung bei Google bestimmt.

By the way: Vielleicht ist euch mal aufgefallen, dass neu veröffentlichte Seiten, die bei Google in den Index gehen, erst einmal nur mit völlig irrelevanten Begriffen ranken. Grund: Google kann die Suchbegriffe ohne eine eindeutige Datenerhebung anfänglich noch nicht zuweisen. Mit der Zeit testet die Suchmaschine dann aber, für welche Suchbegriffe eine Seite relevant ist. Gleichzeitig ist dies ein Hinweis darauf, dass neuer Content auf einer starken Webpräsenz besser und schneller rankt. Denn da die Seite bereits weit vorne steht, bekommt sie mehr Traffic, und Google bekommt die benötigten Testergebnisse.

YouTube ist dafür ein gutes Beispiel: Wenn ihr dort ein Video hochladet, arbeitet sich YouTube durch alle verfügbaren Informationen – wie Title, Description und Tags – und nimmt eine erste Kategorisierung vor. Nach rund zwei Wochen verlieren diese Informationen dann ihre Relevanz, und YouTube betrachtet die Nutzersignale: Wie interagieren die User mit dem Video? Wie lange schauen sie es sich an? Wird es gelikt, geteilt und kommentiert?

Wenn doch YouTube diese Interaktionen registriert und daran die Kundenzufriedenheit bemisst, wieso sollte es dann bei Google anders sein?

Nutzersignale mit der Zeit aufbauen

Um für eure User die optimale Lösung zu sein, benötigt ihr also die richtigen Nutzersignale und rankt daraufhin mit der Zeit mit euren neuen Inhalten immer besser. Auch und vor allem im Longtail-Bereich bauen die URLs dabei immer mehr Rankings auf. Das funktioniert auch ganz ohne Backlinks, benötigt allerdings Zeit, zu der sich keine pauschalen Angaben machen lassen. Unserer Erfahrung nach kann es je nach Content zwischen sechs Wochen und sechs Monaten dauern. Manchmal sogar noch länger.

Klar ist: SEO benötigt Zeit, da Google für die Analyse eurer URLs eine Historie aufbaut. Umso wichtiger ist es, URLs nicht mehr zu ändern, denn sonst gehen die Informationen verloren, und Google beginnt das Testen wieder von vorne.

Fassen wir jetzt einmal einige Nutzersignale zusammen, die wichtig für euer Ranking sind:

  • Verweildauer: Der User kommt von den Suchergebnissen, verweilt auf einer Seite und kehrt zurück.
  • Longtail-Suchanfragen: Der User hat eine konkrete Suchanfrage mit mehr als einem Begriff.
  • Vermeidung von Short Klicks: Der Nutzer findet nichts, verlässt die Seite sofort wieder und klickt auf ein anderes Suchergebnis.
  • Klickrate: Je häufiger eine Seite geklickt wird, umso relevanter ist sie für Google.*

So erstellt ihr auf den User zugeschnittenen Content

Hierfür müssen wir verstehen, welche Suchintention vom Nutzer ausgeht. Nehmt dazu euren Suchbegriff und recherchiert die ersten TOP3-Ergebnisse in den SERPs, um wichtige Informationen zur Suchntention zu finden, mit denen ihr dann eure Einstiegseite optimiert.

Zur Bedeutung von Userintent empfehlen wir Part 3 „Needs met rating guideline“ der Search Quality Evaluator Guidelines (PDF) von Google.

Dann benötigt ihre weitere Unterthemen für die weiteren Überschriften. Hierzu blickt ihr wieder auf die Konkurrenz und findet über die Keyword-Tools Sistrix, Searchmetrics oder ahrefs weitere Begriffe, die ihr verschriftlichen könnt. Diese erhaltet ihr auch auf der Suchergebnisseite ganz unten unter „Ähnliche Suchanfragen“.

Wenn ihr dann auf die Seite geht und wieder zurückkehrt, könnt ihr den erwähnten Short Klick positiv nutzen, um Folgendes in den Suchergebnisseiten zu erhalten, die ihr für andere Themenseiten verwenden könnt:

Empfehlenswert ist aus unserer Sicht auch ein manueller Check der Wettbewerber. So bekommt ihr einen Eindruck vom Look & Feel der verschiedenen Seiten und seht außerdem, wer über welches Thema schreibt. Somit deckt ihr recht komfortabel Content-Lücken auf bzw. identifiziert diejenigen Themen, die eure Konkurrenz nicht behandelt hat.

Weiteres Insiderwissen lässt sich über W-Fragen-Tools wie answer the public ermitteln.

Zudem empfiehlt sich für zukünftige Trendverläufe und die Saisonalität der Queries das kostenlose Tool Google Trends.

Summa summarum entsteht so innerhalb kürzester Zeit eure exklusive Themenliste mit allen relevanten Suchbegriffen von Short-Tail-Suchbegriffen bis hin zu Longtail-Keywords.

Fazit

Mit einem übersichtlichen Seitenaufbau und strukturierten Inhalten sendet ihr positive Signale an den Nutzer und erhaltet mit der Zeit positive Nutzersignale zurück. In unserem Blogbeitrag zur nachhaltigen Optimierung von Onlineshops findet ihr weitere nützliche Hinweise. Denn es geht eben um das große Ganze. Dabei solltet ihr auf eine ausgewogene Umsetzung unter Berücksichtigung der aktuellen Regeln und Best Practices achten.

Denn letzten Endes kommt es weniger auf das eine richtige Nutzersignal an – sei es die Klickrate, Aufenthaltsdauer oder Absprungrate. Sondern viel wichtiger ist es, dass ihr eure Nutzer zufriedenstellt und diese auf eurer Seite interagieren und konvertieren. Etwa indem sie durch eine Bestellung oder einen Kauf zu Kunden werden und idealerweise eine Empfehlung aussprechen.

Über den Autor

Peter Voß

Ich habe 1999 meine erste Webseite aufgesetzt und beschäftige mich seitdem mit dem Online Marketing. Nach einer 10 monatigen Weiterbildung bei der Cimdata GmbH in Berlin mit den Schwerpunkten SEO/SEA und responsives Webdesign bin ich nun seit Jan.2019 als SEO-Consultant bei der LEAP/ Online Marketing Agentur und helfe unseren Kunden bei der Suchmaschinenoptimierung.