„Über Bilder kann man eine ganze Menge Traffic erzielen“ – Martin Mißfeldt im Interview - LEAP/
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„Über Bilder kann man eine ganze Menge Traffic erzielen“ – Martin Mißfeldt im Interview

Martin Mißfeldt spricht im Interview über Bilder als Traffic-Quelle und die zielführendsten Strategien in der Bilder-SEO.

von Peter Herzer
Lesezeit: 4 Minuten

Über Martin Mißfeldt

Martin Mißfeldt ist eigentlich Künstler. 2007 hat er seine Kunst-Homepage neu gestaltet und nach kurzer Zeit festgestellt, dass über einige Bilder sehr viel Traffic kam. Das hat er dann näher untersucht und ist so zum Thema Bilder-SEO gekommen. Inzwischen lebt er mit seiner Familie in Panketal bei Berlin, wo er auch arbeitet.

Du hast in unserer Academy einen Vortrag zum Thema „Bilder-SEO“ gehalten. Wofür kann man Bilder-SEO nutzen und warum ist auch dieser Bereich im SEO wichtig?

Zwei Dinge sind dabei wichtig: Zum einen kann man über Bilder eine ganze Menge Traffic erzielen. Selbst wenn man nur die OnPage-Basics umsetzt, kommt da auf die Dauer einiges zusammen. Der zweite Grund wird aber immer wichtiger: Google achtet verstärkt darauf, nur noch solche Bilder vorne zu ranken, die auch auf wirklich hochwertigen Seiten eingebunden sind (einige Spam-Galerien sind leider noch die Ausnahme). Daraus folgt: Gute Inhalte sind ein Bilder-Rankingfaktor. Umgekehrt ist es aber auch so, dass gute Bilder ein Rankingfaktor für die organische Suche sind.

Kurzum: Bilder-SEO und organisches SEO überlappen. Wer seine Bilder optimiert, stärkt damit die Qualitätssignale seiner Seite.

Man kann Bilder-SEO in unterschiedliche Bereiche einteilen? Welche sind das?

Vier wesentliche Bereiche lassen sich im Arbeitsalltag unterscheiden:

  • Bilder indexieren (Onpicturefaktoren wie Dateiname, Bildgröße etc. und Accessibility, z. B. Robots.txt oder Image-sitemap.)
  • Bilder im Ranking verbessern (Bildkopien, interne Verlinkung, Mehrfachverwendung etc.
  • Bilder löschen
  • Links aus der Google-Bildersuche zurückholen und sichern (das tritt bei der weitverbreiteten ungefragten Mehrfachverwendung auf (Stichwort Hotlinking))

Was sind die Grundprinzipien der Bildersuche?

Der Googlebot ist blind. Er ist daher auf alle Textinformationen, die sich rund um ein Bild finden lassen, angewiesen. Alle diese Onpage-Faktoren definieren die Relevanz des Bildes für ein bestimmtes Keyword. Des Weiteren sind Mehrfachverwendungen ein positives Signal: Ein Bild, dass mehrfach verwendet wird, scheint ein gutes Bild zu sein.

Bilder werden von Google indexiert. Wie geschieht dies und was muss man tun, um Bilder in den Index bei Google zu bekommen?

Zunächst kommt der normale Googlebot vorbei. Entdeckt der ein neues Bild, dann schickt er den Imagesbot vorbei. Der indexiert das Bild und unterzieht es allerlei „Vorprüfungen“ (safeSearch). Dann gelangt das Bild in den Bilderindex. Manchmal springt es kurzzeitig auf vordere Plätze. Aber nach ein paar Tagen reiht es sich irgendwo auf Pos. 50 – 100 ein – wenn den OnPage alles richtig gemacht wurde. Dann arbeitet sich das Bild über mehrere Monate langsam nach oben. Irgendwann kommen dann die Usersignale hinzu. Wenn die gut sind, bleibt ein Bild vorne dabei, wenn nicht, fällt es zurück.

Welche Faktoren stehen beim Bilder-SEO im Vordergrund, um gut zu ranken? Hat sich im Vergleich zu „früher“ etwas geändert?

Ganz klar: viele Keyword-relevante Signale auf der Seite und möglichst Mehrfachverwendung auf relevanten Seiten. Im Vergleich zu früher spielt die Qualität der einbettenden Seite eine wesentlich größere Rolle.

Wenn man nun Bilder aus der Bildersuche wieder löschen möchte: Wie kann man dies bewerkstelligen und welche Probleme können auftreten?

Entscheidend ist, dass das Bild physikalisch gelöscht wird. Erst wenn ein Bild unter der URL, unter der der Imagebot es mal gefunden hat, wirklich dauerhaft verschwunden ist, wird das Bild auch nicht mehr in der Bildersuche angezeigt. Damit der Bot das auch bemerkt, darf man ihn nicht (!) aussperren. Und man muss Geduld haben, denn nicht beim ersten Mal löscht Google gleich alle Bilder (könnte ja z. B. auch ein Serverausfall sein).

Was kann ein Webseitenbetreiber tun, um Bilder auf seiner Seite zu optimieren? Ist es sinnvoll diese einfach zu komprimieren oder gibt es da bessere Möglichkeiten?

Nein, nachträgliches Komprimieren ist kontraproduktiv, weil es dann für Google ein komplett neues Bild ist. Besser eine komprimierte Kopie ablegen und einbinden. Irgendwann bemerkt Google das dann und tauscht das „bessere“ Bild einfach aus.

Da Bilder gern geteilt werden, werden sogenannte „Hotlinks“ erzeugt. Kann man abfragen, wie viele Verlinkungen es auf die eigenen Bilder gibt? Können Hotlinks für mich nützlich sein?

Einfach die folgende Abfrage in die Bildersuche eingeben (Beispiel, natürlich muss man die eigene Domain eintragen):

inurl:domain.de -site:domain.de

Es werden also geprüft: alle Bilder, die den Domainnamen in der URL tragen, ohne diejenigen, die auf der Domain zu sehen sind.

Hotlinks sind quasi eine Mehrfachverwendung und damit per se nützlich. Leider hat Google damit aber potenziell verschieden Linkziele. Natürlich muss man versuchen, möglichst selber immer den Link zu bekommen. Je mehr Mehrfachverwendungen und Hotlinks man selber kontrolliert, um so besser die SEO-Möglichkeiten.

Du bist ja ein Experte im Bilder-SEO (davon konnten wir uns während des Vortrags überzeugen!). Hast du vielleicht für unsere Leser noch Tipps, Tools oder andere Experten in dem Bereich?

Ingo Henze ist ein absoluter Experte, der auch viele Tests macht. Von ihm ist auch der bidox, der Bildersuche-Domain-Index, der wöchentlich einen guten Überblick über die Entwicklung in der Google Bildersuche bietet.

Von Marco Verch stammt das Tool plaghunter, mit dem man prüfen kann, ob die eigenen Bilder ungefragt woanders benutzt werden (und sich dann informieren lassen).

Malte Landwehr lanciert immer mal wieder Tests rund um das Thema Bilder-SEO.

Vielen Dank Martin, für den spannenden Vortrag und die Zeit die du dir genommen hast. Du bist jederzeit bei uns willkommen. 

Über den Autor

Peter Herzer

Nach meinem Studium bin ich ins Online-Marketing gekommen und seit 2013 bei LEAP/ (ehemals Barketing). Angefangen habe ich als Trainee und wurde dann zum Account Manager im Offpage-SEO. Dort helfe ich Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Offpage-Strategien.