„Alles hängt davon ab, was man bewirbt und welches Ziel man verfolgt“ – Markus Ostertag im Interview - LEAP/
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„Alles hängt davon ab, was man bewirbt und welches Ziel man verfolgt“ – Markus Ostertag im Interview

Markus Ostertag spricht im Interview über den Umgang mit geparkten Domains und neue Wege der Monetarisierung.

von Peter Herzer
Lesezeit: 4 Minuten

Über Markus Ostertag

Markus Ostertag ist Head of Development für den Bereich Advertiser Products bei der Team Internet AG und verantwortet dort unter anderem das Produkt DNTX. Nach seiner praktischen Ausbildung hing er ein Informatik-Studium an der TU München an. Währenddessen beschäftigte er sich intensiv mit Online-Plattformen und gründete die Filmplattform MovieMaze.de, die er über 10 Jahre führte. In seinem jetzigen Job liegt der Fokus auf der Technik hinter großen Performance-sensitiven Plattformen und skalierbaren Cloud-Lösungen.

Hallo, Markus und willkommen bei LEAP/. Du hast in der Academy zum Thema Direct Navigation Traffic als Alternative zu den bekannten Trafficquellen referiert – erklär uns bitte, was damit gemeint ist.

Wir haben mit DNTX für den Advertiser eine Trafficquelle erschlossen, an die man bis zu diesem Zeitpunkt nur sehr schwer und mit großen Budgets ran kam: den Type-In Traffic von geparkten Domains. Über diese Domains fließt weit mehr Traffic als man sich (selbst als Online-Spezialist) vorstellen kann. Die 300 Mio. Unique User sind kein Fake, sondern das reelle Aufkommen was wir bei DNTX wirklich sehen!

Ihr seid Domainer. Kannst du kurz erklären, was Domainer sind und wie DNTX damit zusammenhängt?

Team Internet wurde gegründet von Stefan Wiegard, Mario Witte und Nico Zeifang, die jahrelang im Domainbusiness tätig waren. Also Domains registriert, angekauft und verkauft haben. Durch die Erfahrung mit anderen Domainparkingplattformen kam man zu dem Schluss, dass man etwas Eigenes braucht, ein auf den Domainer zugeschnittenes Produkt am Markt. Aus dieser Idee entstand ParkingCrew, die Domainparkingplattform von Team Internet. Da der Hauptabnehmer von ParkingCrew einen Teil des Traffics nicht monetarisieren will, zeigte sich hier eine Nische im Markt: den 2nd tier Traffic im Realtime Bidding auf einer Auktionsplattform zu verkaufen. Aus dieser Idee entstand dann DNTX.

Beleuchten wir einmal kurz die technische Seite – wie sieht die Technik hinter DNTX aus?

Für den User, der auf einer geparkten Domain landet und über DNTX verkauft wird, läuft das Ganze im Hintergrund ohne eine notwendige User-Interaktion ab (zumindest beim PPR/Zeroclick). Technisch nutzen die Domainparkingplattformen eine Server-zu-Server-Schnittstelle bei DNTX, über die uns jeder einzelne Request „angeboten“ wird. Wir beantworten dann in ca. 500ms die entsprechende Anfrage mit einem Gebot und liefern einen Tracking-Link an die Plattform. Diese kann dann entscheiden, ob sie das konkrete Gebot annimmt und den User zu uns schickt oder nicht. Wenn unser Tracking-Link aufgerufen wird, redirecten wir den User dann nach verschiedenen Filtern zur Landingpage des Advertisers.

Lass uns über Zahlen reden: Wie sieht es mit den Conversions aus, die via DNTX kommen?

Das hängt natürlich stark davon ab, was man bewirbt und welches Ziel man verfolgt. Wir würden hier gerne genaue Zahlen nennen, aber wir selbst kennen die Conversionrates unserer Kunden nicht. Wir wissen aber aus unterschiedlichen Gesprächen, dass der günstige Traffic sich für unsere Advertiser sehr gut rechnet.

Wer sind denn die typischen Kunden von DNTX?

Wir haben im Prinzip zwei Kundengruppen: Einerseits den klassischen Affiliate, der für seine Projekte sehr zielgerichtet Traffic kauft, der direkt konvertieren soll. Andere Kunden suchen nach großen Trafficmengen, der sehr „breit“ ist, um z. B. Umfragen zu starten oder das Produkt/Projekt bekannt zu machen.

Inwiefern kann man denn den Traffic bei DNTX targeten?

Es gibt bei uns die Möglichkeit auf Länder (wobei für nahezu alle Länder Traffic verfügbar ist), Kategorie (adult und non-adult) und Device-Erkennung (Mobile, Desktop, Tablet) einzuschränken. Darüber hinaus gibt es im Mobile-Bereich auch die Erkennung von Mobilfunkanbietern (T-Mobile, Vodafone etc.). Wer dann für sein Affiliate-Projekt sehr spezifisch targeten will, kann noch explizit Keywords angeben.

Als Advertiser kann ich DNTX also als eigenständigen Channel neben SEO, SEA etc. nutzen. Mit welchem Budget sollte ich für eine Kampagne rechnen?

Auch hier die ungeliebte Antwort: „Es kommt darauf an“. Wir haben Advertiser, die geben 5-stellige Summen im Monat aus. Aber auch Advertiser mit $100 pro Monat sind ROI positiv und machen gutes Geld damit. Das Mindestgebot liegt bei $0,002 und nach oben ist die Range logischerweise komplett offen. Wir geben aber im Interface das momentane Höchstgebot für die gewählten Targetingoptionen an. Damit hat man sehr schnell ein Gefühl, wie viel die geplante Kampagne kostet.

Wie exakt kann ich die Keywordcluster einstellen, für die ich als Advertiser auftreten will?

Man kann auf einzelne Keywords targeten. Unsere Empfehlung ist aber, dass man aufgrund der Herkunft des Traffics deutlich breiter agieren sollte. Aus einem „Auspuff 5er BMW“ sollte also tatsächlich „BMW“ oder sogar „car“ (nahezu alle Trafficsourcen arbeiten mit englischen Begriffen) werden. Hier helfen wir Kunden auch gerne weiter, wenn etwas unklar ist, und versorgen auch mit Keywordlisten, um eine Einschätzung zu bekommen, wo eine sinnvolle Menge Traffic in unserem System ankommt.

Wie sieht die Zukunft für DNTX aus? Und wo steuert ihr hin?

Wir bauen nicht nur die technische Infrastruktur aus, sondern versuchen natürlich auch auf den Markt zu reagieren. Auch wenn unser Traffic oft anders funktioniert, sind Keywordtools und Kampagneneinstellung für viele Online Marketer gewohnt. Daher versuchen wir natürlich auf das vielfältige Feedback zu reagieren und diese Dinge zukünftig umzusetzen. Gleichzeitig versuchen wir aber auch noch weitere Trafficquellen zu erschließen, um den Kanal des Direct Navigation Traffic für unsere Advertiser noch zugänglicher zu machen.

Vielen Dank für diese Einblicke, Markus!

Über den Autor

Peter Herzer

Nach meinem Studium bin ich ins Online-Marketing gekommen und seit 2013 bei LEAP/ (ehemals Barketing). Angefangen habe ich als Trainee und wurde dann zum Account Manager im Offpage-SEO. Dort helfe ich Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Offpage-Strategien.