Keyword-Recherche mit Plan – Dein Leitfaden - LEAP/
, Marla Bachert

Keyword-Recherche mit Plan – Dein Leitfaden

Die Keyword-Recherche ist oft der Anfang aller SEO-Optimierungen. So kannst du vorgehen, um alle wichtigen Bereiche abzudecken.

von Marla Bachert
Lesezeit: 11 Minuten

Das erfährst du in diesem Beitrag:

  • Wo fängst du mit der Recherche an?
  • Auf welche Keyword-Typen musst du achten?
  • Welche Analysen solltest du duchführen?

Google lässt sich immer wieder neue Sachen einfallen, wodurch deine Website im Ranking schwankt. Dabei hast du nur ein Ziel: in den SERPs unter den Top 3 zu landen. Denn nur dort greifst du den richtig wertvollen organischen Traffic ab. Gut, dass es eine beständige Konstante gibt, an der wir immerzu schrauben können: Keywords, die deinen Content definieren und ihn NutzerInnen oben in den Suchergebnissen zugänglich machen. Denn Google ist nach wie vor eine Suchmaschine, die ihre Ergebnisse auf der Basis von Text (und dessen Inhalt bzw. Semantik) rankt.

Doch wie findet man die richtigen Keywords? Wir nehmen dich an die Hand und zeigen dir Schritt für Schritt, was sich hinter dem großen Begriff der Keyword-Recherche versteckt.

Was bedeutet Keyword-Recherche?

Mit der Keyword-Recherche legst du den Grundstein für deine Suchmaschinenoptimierung. Keywords sind die Suchbegriffe, die UserInnen in ihre verwendete Suchmaschine eingeben, um schnelle Antworten auf diverse Fragen zu finden. Dein Ziel ist es, die Keywords deiner Zielgruppe zu finden, sie systematisch in den Content einzubauen und damit mehr Sichtbarkeit und mehr organischen Traffic zu generieren. Mit der richtigen Strategie baust du dir ein ganzes Set an Suchbegriffen auf, um deiner Konkurrenz voraus und deinen NutzerInnen nah zu sein.

Keywords spiegeln also die Suchintention deiner Zielgruppe(n) wider. Ihre Suchanfragen lassen sich in drei Kategorien teilen:

  • NutzerInnen mit informativen Suchanfragen kennen ihr Ziel. Die Suchintention ist präzise und auf eine direkte Antwort oder Problemlösung ausgerichtet. à: „Leitfaden Keyword-Recherche für Einsteiger“
  • Transaktionelle Suchanfragen drücken eine explizite Kaufabsicht aus, ob Produkt oder Dienstleistung. à: „Newsletter abbonieren“
  • Die navigationale Suchanfrage geht oft auf die Bequemlichkeit von WebuserInnen zurück. Sie suchen nach einer spezifischen Unterseite einer Website, doch anstatt die URL einzugeben, kommen Firmenname und Suchbegriff in das Suchfeld. à: „Content SEO Leap“

Keyword-Recherche nach Plan

Das sind die Schritte deiner Keyword-Recherche im Überblick:

  1. Definiere deinen Themenbereich: Kenne Absicht und Ziel des Contents
  2. Kenne deine NutzerInnen (und ihre Suchintention)
  3. Brainstorme eine vorläufige Keyword-Liste: beachte Thema, Suchintention und Customer Experience
  4. Wo steht deine Website? Analysiere sie.
  5. Was bietet deine Konkurrenz? Konkurrenzanalyse durchführen und Potenziale ausschöpfen
  6. Selektiere und priorisiere deine Keywords entlang der Customer Experience

Die einzelnen Punkte schauen wir uns jetzt genauer an. Hier möchte ich kurz erwähnen, dass ich dir eine von vielen möglichen Strategien vorstelle.

Die Basis deiner Keyword-Recherche

Alles beginnt mit der Eingrenzung deines Themenbereichs. Definiere ihn, indem du einen weiteren Blick auf die verschiedenen Arten von Suchanfragen wirfst: informational, transaktionell, navigational. ­– Wie sieht dein Angebot aus, das du auf deiner Website vertreibst? Mit welchem Typ Suchanfragen möchtest du für welche Unterseite bzw. Seitenkategorie gefunden werden?

Navigationale Suchbegriffe decken sich häufig mit Produkttiteln. Als sog. Defend Keywords kommunizieren sie außerdem deine Marke. Sie passen also zu jedem Geschäftsmodell und sollten in den Content eingearbeitet werden.

Informationale und transaktionelle Keywords sind hingegen spezifischer. Dein Geschäftsmodell entscheidet, ob und wie du sie einbindest. Informationelle Suchbegriffe sind zum Beispiel für reichweitenorientierte Geschäftsmodelle dienlich. Communities und Publisher schöpfen hier ihr Potenzial aus.

Eine Keyword-Recherche hilft dir, tiefer in dein Thema einzusteigen, deine Nische klar zu fassen und Subbereiche aufzudecken. Die ersten Keywords solltest du dabei recht allgemein ansetzen. Verkaufst du Tee, dann ist dies wohl dein erstes Stichwort, mit dem du neue Nischen(-wörter) aufdeckst. Je weiter du dich in ein Thema einarbeitest, desto mehr Schlagwörter fliegen dir zu: vom allgemeinen Tee zu Früchten oder Kräutern. Von der Mischung zu einzelnen Aromen. Von den Aromen hin zum spezifischen Earl Grey und seiner Geschichte.

Kenne deine Kunden

Kenne deine Zielgruppe, um die Keywords zu finden, mit denen sie in der Suchmaschine nach deinem Angebot suchen. Stelle dir dafür z. B. folgende Fragen:

  • Wie sieht die Suchintention meiner KundInnen aus?
  • Welche Inhalte erwarten die BesucherInnen auf meiner Website?
  • Möchte sich meine Zielgruppe informieren oder sofort kaufen? Vielleicht interessiert sie sich für beides?
  • Wie ist die bisherige Interaktion mit meiner Website?
  • Wo sehe ich Hürden? An welchem Punkt springen BesucherInnen ab?

Erstelle Personas, um dein Angebot aus der Perspektive deiner Zielgruppe zu betrachten. Um die Suchintentionen kennenzulernen, bediene dich der Limbic Map. Sie hilft dir u. a., das Suchverhalten deiner potenziellen KundInnen zu verstehen.

Finde die richtigen Keywords mit deiner Recherche

Um deinen Content spannend aufzubereiten, solltest du dich unterschiedlicher Keywords bedienen. Die grundlegende Unterscheidung erfolgt zwischen deinem Fokus Keyword (auch: Hauptkeyword), von dem alle anderen Nebenkeywords abzuleiten sind und den Nebenkeywords:

  • Chancen-Keywords, mit denen deine Website auf nicht auf Seite 1 der Suchergebnisse rankt (hier gilt es Potenziale auszuschöpfen)
  • Nischenkeywords, deren geringes Suchvolumen deine Sichtbarkeit erhöht
  • Shorthead Keywords, bei denen die Suchrate hoch und Konkurrenz groß ist
  • Longtail Keywords, deren Suchaufkommen geringer, allerdings erfolgsbringender ist. Sie tauchen häufiger auf, je spezifischer die Suchanfrage ist.

Das Fokus-Keyword

Dein Hauptkeyword ist der Suchbegriff, an dem sich dein Artikel thematisch langhangelt. Das bedeutet, dass du ein Fokus Keyword pro Seite hast, das an den wichtigsten Stellen im Text stehen sollte – also auch zu Beginn deiner H1-Überschrift und wo möglich ebenfalls in den H2-Überschriften. Das Hauptkeyword unseres Artikels ist die „Keyword Recherche“. Hiervon lassen sich weitere Nebenkeywords thematisch ableiten.

Außerdem liegt der Fokus immerzu auf den Nutzern. Das bedeutet, dass die Keywords durch themenverwandte Begriffe, in unterschiedliche Kontexte und durch Synonyme vielseitig eingebunden werden sollten. Wir schreiben keine reinen SEO-Texte mehr (eine Keyworddichte von 2–3 % auf eine Gesamtwortzahl von 250 Wörtern … Nope! Heute nicht mehr!!!). Hier kommen Nebenkeywords ins Spiel. Beachte, dass diese nicht willkürlich, sondern auch mithilfe von Tools (s. u.) anhand ihrer Suchvolumen ausgewählt werden.

Das Chancen-Keyword

Chancen-Keywords schöpfen aus den Potenzialen deines Contents. Sie sind bereits in deine Inhalte eingebunden, mit ihnen rankst du jedoch „nur“ auf Seite 2 der SERPs. Optimiere sie, um mit diesen Chancen-Keywords unter den Top 10 zu ranken und deine Potenziale voll auszuschöpfen. Hierfür musst du natürlich bereits bestehenden Content zum Optimieren haben. Ist dies nicht der Fall und du baust gerade neue Inhalte auf, hast du noch keine Chancen-Keywords.

Die Nischen-Keyword

Die meisten Nischen-Keywords gehören zu den Longtails. Es sind Suchbegriffe von Nischenbranchen. Erinnere dich an unser Tee-Beispiel zurück, mit dem wir immer tiefer in die Subthemen des Produkts eingetaucht sind – eine Suchanfrage könnte dann so aussehen: „Wie wird Earl Grey angebaut?“ Je länger und spezifischer dein Nischen-Keyword ist, desto geringer ist die Konkurrenz. Zwar ist auch das Suchvolumen geringer, aber wenn jemand solch eine spezifische Suchanfrage stellt, bekommt er mit deinen Inhalten die passende Antwort. Um dir Inspiration zu holen, suche z. B. in Wikipedia nach Tee. Die Inhaltsangabe wird dir Dutzende Subthemen offenbaren, die dir jeweils immer neue Schlagworte geben werden.

Shorthead und Longtail Keywords

Den Unterschied zwischen Shorthead und Longtail Keywords macht hier die Länge der Suchanfrage der UserInnen aus. Während Shorthead Keywords aus einem Wort bestehen, bilden die Longtail Keywords zwei oder mehr Wörter innerhalbe einer Anfrage ab. Nebst den einzelnen Wortbedeutungen greift hier auch die semantische Suche von Google. Die Wörter werden nicht mehr einzeln betrachtet, sondern zueinander in Bezug gestellt. Damit geht Google stärker auf den Inhalt und die Suchintention der Suchanfragen ein und möchte die Suchergebnisseiten optimieren. Hier kannst du viel Potenzial schöpfen und mit Synonymen und Ausdrucksmöglichkeiten spielen.

Priorisiere die Keyword-Liste deiner Recherche

Du beginnst die Keyword-Recherche intuitiv und stellst dir eine Liste aller Suchbegriffe zusammen, auf denen du mit deinem Produkt oder deiner Dienstleistung ranken möchtest.

Beispiel:

TeesorteGeschmackAromenAnbaugebiet
Earl GreyWürzigBergamotte-AromaChina
Japanische GrünteesDuftig-Spritzig...Japan
FrüchteteeZitronigNepal
Matcha...Südkorea
......

Die Tabelle ist vorerst vertikal, nicht horizontal zu lesen. Mit deiner finalen Wortliste kann horizontal alles mit allem kombiniert werden, um diverse Keywords herauszubekommen. Bsp.: Earl Grey würzig Nepal. Earl Grey zitronig China. Würziger Matcha Tee Japan.

Suche dir ein Hauptkeyword und priorisiere nun deine Nebenkeywords. Das Hauptkriterium bei deiner Selektion sollte das Suchvolumen der jeweiligen Keywords sein (kann saisonal variieren). Für die Auswahl deiner Keywords sind außerdem wichtig: Klickpotenzial, Cost per Click (CPC), Wortanzahl (Shorthead vs. Longtail) und die Customer bzw. Buyer Journey. An welchem Punkt des Kaufprozesses trifft der Nutzer auf deinen Suchbegriff? Letztendlich sind drei Werte bei deiner Priorisierung von Keywords relevant:

  • Popularität
  • Schwierigkeit (Konkurrenz, Nische)
  • Relevanz

Und nicht zu vergessen der Wert, den das Keyword für dein Business hat. Also wieviel Umsatz oder noch besser Profit kannst du machen, wenn Nutzer über dieses Keyword zu dir kommen?

Deine zuvor intuitive Keyword-Liste kann nun durch die Keyword-Recherche ausgemistet und mit statistisch belegbaren Keywords angereichert werden.

Diese einfachen Tools helfen

Der schnellste Weg, um passende Suchbegriffe für dein Thema zu finden, ist die Suchmaschine selbst. Achte darauf, dass du einen Browser verwendest, der dein Suchverhalten, also deine IP nicht kennt. Google nach deinem Fokus Keyword und schaue, welche Nebenkeywords häufig in Verbindung damit stehen. Ein schneller Helfer ist zudem die Website Answer the Public: Sie zeigt dir, wonach, auf welche Art und Weise und mit welchen Worten UserInnen Suchanfragen stellen.

Der Google Keyword-Planer präsentiert dir mit wenig Aufwand das Suchvolumen unterschiedlicher Begriffe. Besonders spannend sind hier die saisonalen Statistiken. Google kennt die Trends und bietet dir darüber hinaus an, Prognosen für dein entworfenes Keyword-Set abzurufen.

Zusätzlich bietet Google die Search Console an. Dieser kostenfreie Dienst ermöglicht dir die Überwachung und Analyse deiner gesamten Website. Damit bietet dir die Google Search Console viele Möglichkeiten, u. a. die Häufigkeit bestimmter Keywords innerhalb einer Domain. Damit misst du also indirekt den Stil und die Variabilität deines Contents.

Zuletzt möchte ich dir den Keywords hitter vorstellen (Schmunzeln erlaubt, doch für die Ideensammlung wirklich hilfreich). Diese Website schlägt dir sämtliche Kombinationsmöglichkeiten von Longtail Keywords heraus. Falls dir die Search Console also aufzeigt, dass dein Content zu einseitig formuliert ist, suche dir hier weitere Inspiration.

Analysieren und in den SERPs hervorstechen

Eine Konkurrenzanalyse ist deine erste Anlaufstelle, um vielseitige Optimierungspotenziale zu entdecken. Du setzt deinen Online-Auftritt mit dem deiner Konkurrenz ins Verhältnis. Zudem lernst du, mit welchen Themen sich deine KonkurrentInnen auseinandersetzen, welche Keywords sie dafür benutzen, welcher Potenziale du dich noch bedienen kannst bzw. welche Informationen zu kurz kommen. Hier erfährst du Schritt für Schritt, wie eine Konkurrenzanalyse aufzubauen und durchzuführen ist. Den größten Traffic erzielen Unternehmen auf Platz 1-3 in den SERPs. Danach geht’s steil Berg ab.

Bevor du allerdings deine Konkurrenz analysierst, solltest du deine Seite und ihre Performance kennen und verstehen!

Der einfachste, ein zugleich oberflächlicher Weg, deine Konkurrenz ausfindig zu machen, ist die Suche mit der Suchmaschine deiner Wahl. Achte hierbei erneut darauf, dass du einen Browser verwendest, der deine Suchhistorie nicht kennt, um die Suchergebnisse nicht zu verfälschen. Dann siehst du schnell, an welcher Stelle deine Website aufzufinden ist und welche Konkurrenten du noch ausstechen musst. Um hinter die Fassaden zu schauen, unterstützen dich Tools wie Surchmetrics, SISTRIX oder SEMrush bei der Analyse deiner Konkurrenz.

Keywords entlang der Customer Experience

Unterschwellig solltest du bereits bemerkt haben, dass es heutzutage bei der Implementierung von Keywords auch um die Vielfältigkeit geht. Das hat einen einfachen Grund: Wir schreiben für NutzerInnen, nicht für die Suchmaschine. Googles semantische Suche wird immer intelligenter und setzt unsere Keywords mit seinen umliegenden Informationen in Relation.

Die Customer Experience (Kundenerfahrung) umfasst dabei alle Erfahrungen, die ein Kunde bzw. eine Kundin während des Besuchs auf deiner Website sammelt. Die individuelle Wahrnehmung ist von hoher Bedeutung. Vom Ad bis zur Conversion zahlt jeder Kontaktpunkt mit deiner Marke auf die Erfahrung mit deinem Unternehmen ein. Das Ziel ist es, dein Unternehmen positiv zu verankern: Vor der Conversion, während der Conversion, nach der Conversion. Deine Keyword-Recherche zahlt sich auf alle drei Stufen des Kaufprozesses aus.

Je vielseitiger die Formulierungen deiner Nebenkeywords im Verhältnis zur Gesamtwortzahl, desto interessanter (und überzeugender) ist dein Inhalt!

Fazit deiner Keyword-Recherche

Das sind deine wichtigsten Take-aways für die Keyword-Recherche:

  1. Kenne dein (Nischen-)Thema.
  2. Ein Fokus Keyword pro Seite! Setze es an die relevantesten Stellen deiner Seite.
  3. Finde relevante Umschreibungen für dein Hauptkeyword. Lass alte SEO-Texte hinter dir.
  4. Nutze sowohl Longtail als auch Shorthead Keywords.
  5. Das Suchvolumen entscheidet über dein Keyword-Set.
  6. Lerne deine Potenziale mithilfe einer Konkurrenzanalyse kennen.
  7. Greife auf hilfreiche Tools zurück, um deine Keywords zu analysieren und priorisieren.
  8. Stelle den Nutzer in den Fokus!

Ziel: Die nachhaltige Contentoptimierung für mehr organischen Traffic. Nutzerfreundliche Inhalte.

Du möchtest eine helfende Hand bei deiner Keyword-Recherche und Contenterstellung? Wir stehen dir gerne zur Seite.

Das ist ein Artikel von

Marla Bachert

Ich bringe Worte zum Tanzen … und in ihre richtige Ordnung. Als Assistant Marketing arbeite ich bei LEAP/ viel mit dem Medium Text. Ich schreibe, überarbeite und verleihe Pitchs, Präsentationen, der Website oder unseren Social-Media-Postings den letzten Schliff. Die reiche Abwechslung prägt meine Arbeit bei LEAP/.