CEO Thomas Gruhle im Interview | Teil 1

10 Jahre LEAP/

In dieser Interview-Reihe spricht unser CEO Thomas Gruhle über die Entstehung, Entwicklung und Zukunft der Berliner Agentur LEAP/, die in diesem Jahr ihr 10 jähriges Jubiläum feiert. Viel Spaß beim Lesen.

Hi Thomas! Erstmal danke für dieses Interview. Erzähl doch mal: wie bist du ursprünglich zum Online-Marketing gekommen?

Ich habe etwa um 2008 angefangen mich mit dem Thema SEO zu beschäftigen. Ich war damals in Kapstadt und habe eine kleine Agentur betrieben (wobei “Agentur” eine starke Übertreibung ist), die sich darauf spezialisiert hat, Deutsche an südafrikanische Unternehmen zu vermitteln.

Meine erste Webseite habe ich im Alter von 14 Jahren gebaut. Bei dieser Agentur-Webseite musste ich mich dann aber zum ersten Mal damit beschäftigen, wie man auf so eine Seite Traffic bekommt. Sagen wir es so: Die Vermittlungs-Agentur hatte eine sehr geringe Halbwertszeit, aber ich habe mir die Grundlagen von SEO angeeignet.

Und wie kam es dann zur Gründung von Barketing?

Als ich 2008 nach Deutschland zurückgekehrt bin, habe ich mich weiter mit dem Thema SEO beschäftigt. Man kann sagen, dass es mich gepackt hat. Ich habe dann als Freelancer für verschiedene Agenturen gearbeitet und mir gedacht: “Das kann ich auch selber. Und: Ich kann es besser.” Ich habe mir die Arbeit mancher Agenturen angeschaut und festgestellt, dass in vielen Fällen einfach nur Schrott angeboten wird und “Generalisten” als Experten verkauft werden und die Ahnungslosigkeit von Kunden gezielt ausgenutzt wird.

In Berlin habe ich dann als Freelancer angefangen. Ende des Jahres hatte das Kind einen Namen, “Barketing” und auch erste Mitarbeiter.

Etwas, was mich bis heute umtreibt, ist der Wunsch nach Selbstbestimmtheit und Freiheit. Diese Werte kann man ideal mit einem eigenen Unternehmen realisieren.

LEAP/ ein Zusammenschluss aus Conversion Lift und Barketing

Warum hast du Barketing damals mit einer anderen Agentur zusammengeführt?

Als wir Barketing mit Conversionlift gemerged haben – das war im Oktober 2015 – gab es meine Agentur bereits sechs Jahre. Wir hatten uns schnell entwickelt und uns eine tolle Reputation als SEO-Experten für große national wie auch international agierende Brands erarbeitet. Zum damaligen Zeitpunkt hatten wir etwa 30 Mitarbeiter.

Im Jahr 2014 hatten wir beschlossen uns weitere Expertisen aufzubauen. Wir hatten aus verschiedenen Gründen sehr schnell das Thema Conversion Optimierung identifiziert. Zum Einen waren damals schon eine Menge Wechselwirkungen zwischen Google-Suchergebnissen und zufriedenen Nutzern antizipierbar. Zum Anderen haben wir in den Marketing-Dashboards und Analytics-Accounts unserer Kunden immer eine große Diskrepanz zwischen dem riesigen Aufwand, den diese Unternehmen für Traffic Generierung fahren und dem grotesk minimalen Einsatz für höhere Conversion Raten gesehen. Es wurde praktisch Geld oben reingeschüttet und unten konvertierte es – oder eben nicht.

In Zeiten von steigenden CPOs und immer kritischerem Online-Wettbewerb hat das für uns nicht gepasst. Deswegen haben wir Anfang 2014 auf eigene Faust ein Conversion Optimierungs Team aufgebaut. Wir waren dann nicht happy mit den Resultaten, die wir produziert haben. Die Qualität war uns selbst suspekt und wir haben darauf verzichtet, das Produkt auf unsere Bestandskunden los zu lassen. Reputation ist alles!

Es stand die Entscheidung an, ob wir das ganze aufgeben oder weiter verfolgen. In diesem Moment waren wir aber schon viel zu vernarrt in die ganze Idee. Wir wussten, dass Conversion Optimierung einmal den Kern unseres Unternehmens darstellen musste.

Ich habe mir dann den Markt angeschaut, bin schnell auf Nils’ Agentur Conversion Lift gestoßen. Als wir uns angeschaut haben, wie CL arbeitet, haben wir schnell verstanden, wo wir stehen. Die waren uns einfach auf Jahre voraus. Genau diese Expertise haben wir uns dann über den Merger rein geholt.

Historie LEAP/

Was waren deine größten Learnings aus dem Merger?

Eines der größten Learnings ist, dass man sich Erfahrung nur mit Zeit erarbeiten kann. Das geht nicht anders. Durch den Merger haben wir genau diesen Zeitsprung geschafft und konnten die vier Jahre Erfahrung, die ConversionLift uns voraus hatte, sozusagen absorbieren. Ohne den Zusammenschluss hätten wir nochmal mindestens 4 Jahre gebraucht, um das zu erarbeiten, was ConversionLift bereits erreicht hatte. Mit dem Merger haben wir eine Möglichkeit gefunden, schneller zu lernen. Wissen ist alles in unserer Branche.

Den Zeitvorteil von Erfahrung kann man nicht wettmachen.

Ein weiterer Punkt: Im Online Marketing haben wir keine Maschinen. Alles was wir machen, geschieht mit Menschen. Wir haben relativ schnell feststellen müssen, dass mit den beiden Agenturen zwei sehr unterschiedliche Kulturen aufeinander treffen. Das hat den Zusammenschluss teilweise etwas erschwert. Die Integration hatten wir uns deutlich leichter vorgestellt. Im Rückblick hat sich die harte Arbeit aber gelohnt.

Gibt es etwas, was du heute anders machen würdest?

Klar, mit dem Wissen von heute würde ich nicht nur eine Due Diligence im Hinblick auf das Fachwissen, die Finanzen und die Verträge des Unternehmens machen, sondern vor allem im Bezug auf die Kultur der Menschen. Das ist ein Punkt, den wir vernachlässigt haben.

Was macht LEAP/, so wie es heute ist, so besonders und einzigartig?

Es gibt hervorragende Suchmaschinenoptimierer und  tolle Conversion-Optimierer da draußen. Uns macht einzigartig, dass wir beides können und beides zusammendenken. Nur CRO oder nur SEO – keiner dieser Wege allein ist zufriedenstellend. Bei dem 1. Weg lasse ich SEO außer acht, bei dem 2. Weg wird am Ende keiner mehr konvertieren. Wir finden die richtige Balance aus beiden, nämlich aus dem Zufriedenstellen vom Nutzer in erster Linie und der Suchmaschinen in 2. Linie. Darauf sind wir spezialisiert.  Durch die Kombination von Psychologen und Daten-Analyse sind wir in der Lage, die ganzen Synergien zwischen einem zufriedenen Nutzer und einem hohen Ranking zu hebeln. Das macht keiner außer uns in dieser Tiefe.

LEAP/ Digital Marketing GmbH

Ein weiterer Punkt ist die  internationale Ausrichtung, die wir seit 2011 haben. Im Gegensatz zu vielen anderen Agenturen haben wir ein sehr breites Team an Muttersprachlern und können so seit vielen Jahren, die wichtigsten Kernmärkte, mit den Dienstleistungen die wir haben, abdecken.  Und das, ohne etwas aus dem Haus geben zu müssen. Gerade für unsere internationalen Kunden ist das von großem Vorteil, denn sie müssen sich nur mit einer Agentur, nämlich mit uns rumschlagen und trotzdem werden alle Märkte mit einer passenden und einheitlichen Strategie bespielt.

Auch in unseren Prinzipien, wie wir miteinander arbeiten und wie wir miteinander umgehen, haben sich über die Jahre Alleinstellungsmerkmale herausgebildet.

Da gibt es bestimmte Grundregeln, die wir immer beherzigen. Zum Beispiel, dass bei uns niemand etwas macht, was er nicht kann oder was er nicht will.

Oder, dass wir Verantwortung nicht von Entscheidung abtrennen. Wer etwas verantwortet, muss auch Entscheidungsgewalt haben. Wir pflegen das Gegenteil einer HIPPO-Kultur und haben verantwortungsvolle und Management-erprobte Teamleiter.

Das klingt zwar alles nach Management, wirkt sich am Ende aber auf die Leistung aus, die wir für unsere Kunden erzielen.

Wenn du deinen Blick in die Zukunft richtest, welches sind da die größten Ziele für die nächsten 3 Jahre?

Das wir in dem, was unser Kerngeschäft ist, kontinuierlich wachsen und kontinuierlich besser werden.

Zu allererst wollen wir profitabel weiter wachsen. Profitabilität ist die Grundlage von allem.

Dafür werden wir beständig unsere Dienstleistungen erweitern und beständig am Aufbau von Wissen arbeiten. Im Rahmen von dem, was “unser Kern” ist.

Das bedeutet, dass wir in neue Bereiche vorstoßen werden, wie beispielsweise Content-Erstellung. Außerdem werden wir unsere bestehenden Dienstleistungen erweitern. Beispielsweise, indem wir bei der Conversion-Optimierung einen Schritt weiter gehen und dafür sorgen, dass bei unseren Kunden das Nutzererlebnis noch personalisierter dargestellt wird.

Ein wichtiges Ziel ist es, trotz Wachstum und sich ändernden Anforderungen mit unseren heutigen Mitarbeitern zu altern. Wir wollen ein Umfeld schaffen, indem sich unsere Mitarbeiter auch wohl fühlen, wenn sich ihre Lebenssituationen ändern. Viele unserer Mitarbeiter gründen Familien, kaufen Wohnungen etc. Dann ändern sich auch ihre Anforderungen an einen Job. Wir suchen Wege, das parallel zu unseren Zielen verlaufen zu lassen.

LEAP/ Die Herausforderungen der nächsten 3 Jahre

Morgen geht es mit dem 2. Teil des Interviews weiter. Dann spricht der Gründer und Geschäftsführer über seine Aufgaben als CEO, wichtige Learnings und den ersten großen Kunden. Bleibt gespannt.