COO Christoph Michalak im Interview | Teil 1

10 Jahre LEAP/

In diesem Interview spricht unser COO Christoph Michalak nicht nur über die Vergangenheit und Entwicklung von LEAP/, sondern berichtet auch, inwieweit er selbst unsere Agentur geprägt hat. Außerdem spricht er über die Dinge, die er an LEAP/ am meisten schätzt. Viel Spaß beim Lesen!

Der COO von LEAP/: Christoph Michalak

Hallo Christoph! Erstmal danke für dieses Interview. Wie und warum wurdest du denn ein Teil von LEAP/?

Um das zu beantworten, muss ich ein bisschen in der Zeit zurückgehen.  Seit über 20 Jahren gründe, entwickle und restrukturiere ich für verschiedenste Auftraggeber Startu-Ups und Unternehmen. Mein Job ist es, Geschäftsmodelle aufzubauen, zu skalieren und erfolgreich zu machen.  

Bei meinem vorletzten Engagement habe ich für einen deutschen Unternehmer 2003 eine Firma in Polen gegründet, aufgebaut und acht Jahre lang geführt. Als ich das Unternehmen 2011 an meinen Nachfolger übergab, hatte ich 62 Leute an Bord, war international in sechs Ländern vertreten und machte ein Handelsvolumen in Höhe von 142 Mio. € pro Jahr.

Danach habe ich für einen sehr reichen Unternehmer ein Investment-Portfolio mit Unternehmensbeteiligungen – überwiegend an technologischen Startups – aufgebaut. Zu dieser Zeit habe ich sehr viele Businesspläne  gelesen, war in meiner Tätigkeit allerdings weitestgehend alleine. Um genau zu sein hatte ich zwei Analysten und eine Assistentin. Irgendwann merkte ich, dass ich bei den Investments, die ich getätigt habe, operativ mitarbeiten wollte. Als Investor sollte man zwar vom operativen Geschäft tunlichst die Finger lassen, aber der Drang, operativ bei Projekten mitzumachen, wurde nicht geringer. Ich wollte es wieder mit unterschiedlichen Menschen und Kunden zu tun haben und breit gefächerte Aufgaben wahrnehmen und so habe ich beschlossen, mir wieder einen operativen Job zu suchen. So bin ich damals auf eine Stellenausschreibung in der Gründerszene gestoßen, wo eine Berliner Online-Agentur mit dem ominösen Namen “Barketing” einen Chief Operating Officer suchte. Voilá.

Investments 10 Jahre LEAP/

Was war nach deinem Einstieg der beste Hebel, um - damals noch Barketing - weiter zu professionalisieren?

Ich habe mir damals mit Thomas vorgenommen, mit Barketing in vier Dimensionen zu expandieren: in den Bereichen Kunden, Umsatz, Personal und Produkte. Wir waren zu dem Zeitpunkt in allen vier Dimensionen noch am Anfang der Entwicklung und bevor es mit dem Wachstum losgehen sollte, mussten die Operations und Finanzen sauber aufgestellt sein. Wir begannen, die Abläufe, die Prozesse und die Workflows zu definieren und zu restrukturieren.  Parallel dazu habe ich die Finanzen aufgebaut, um verlässliche Zahlen zu erhalten, die uns verifizieren sollten, ob die Maßnahmen, die wir ergreifen, auch zu den gewünschten Zielen führen.

Mitte 2014 begannen wir dann mit dem Aufbau von weiteren Dienstleistungen, um Barketing auf mehrere Standbeine zu stellen und somit das Umsatzrisiko zu streuen. Schon damals hatten wir die Idee, Conversion-Optimierung mit ins Portfolio aufzunehmen.

Im dritten Schritt, auch im Jahr 2014, habe ich dann angefangen, das Personalwesen aufzubauen. Das gesamte Kapital der Agentur sind die Mitarbeiter. Computer und Tools und erbringen keine Dienstleistungen, es braucht Menschen, die diese Dinge nutzen. Aus diesem Grund war es mir wichtig, ein stabiles Personalwesen aufzubauen.

Als letztes ging es darum, die Operations mit dem Personal und den Finanzen zu verzahnen. Wenn das Personal gut in die Workflows integriert ist, entstehen Produkte und Dienstleistungen, die qualitativ hochwertig sind. Wenn die Finanzergebnisse das dann auch noch bestätigen, kann man sagen: “Ja,  läuft”.

Welche Rolle spielte der Merger mit ConversionLift für die Entwicklung von Barketing bzw. LEAP/?

Der Merger war wie das Zünden einer kraftvollen Raketenstufe, die uns in der Entwicklung um Jahre nach vorne katapultierte. Mit dem Schritt erreichten wir alle vier unserer strategischen Wachstumsziele. 1. Dienstleistung: Über Nacht hatten wir eine etablierte, geprüfte, funktionierende Dienstleistung, deren Wert und Bedeutung für das Online-Marketing damals von der Branche völlig unterschätzt wurde. 2. Personal: Mit dem Merger wuchsen wir um ein eingespieltes 12-köpfiges CRO-Team. 3. Umsatz: Der Merger brachte uns zudem einen sehr attraktives Kundenportfolio mit soliden Umsätzen und der Möglichkeit, diesen CRO-Kunden unsere etablierten SEO-Dienstleistungen anzubieten. 4. Kunden: Der in meinen Augen wichtigste Impact des Mergers war, dass wir dem Markt, der Konkurrenz und unseren Kunden eine konsistente, nachvollziehbare Story liefern konnten um glaubwürdig professionelle Conversion-Optimierung anzubieten.

Der Merger und seine Umsetzung waren ein extrem wichtiger Meilenstein einer wohlüberlegten Wachstumstrategie für Barketing. Dadurch, dass wir bereits sehr früh auf CRO setzten und uns hier positionierten, schafften wir uns eine enormen Zeitvorsprung gegenüber der Konkurrenz. Wir nutzten diesen Vorsprung, um zu lernen und die Dienstleistung weiter zu professionalisieren. Wir haben ab 2017 damit begonnen, Psychologen in das Team aufzunehmen, um den Erwartungen, die die Nutzer an die Websites haben, besser begegnen zu können. Das war sozusagen CRO 2.0. In der Zwischenzeit wird CRO als Dienstleistung vom Markt und den Kunden sehr stark nachgefragt und wir haben das beste Team und das beste Produkt im Markt. Die CRO Abteilung wächst weiter und leistet einen sehr großen Beitrag zum Umsatz und dem EBITDA von LEAP. Das ist der Beleg dafür, dass wir das damals 2014 eine gute Strategie definiert und in ihrer Umsetzung das Richtige getan haben.

Operations bei LEAP/ 10 Jahre

Was begeistert dich heute an der Agentur LEAP/?

Das sind zwei Dinge: die Mischung aus externer Fremdbestimmtheit und unserer internen Elastizität. Wir können weder unsere Kunden, den Markt, die Konkurrenz noch die Suchmaschine beeinflussen oder gar kontrollieren. Das sind aber die vier Player, die unser tägliches Leben ausmachen und an denen wir uns in unserem Denken und Handeln weitestgehend orientieren müssen. Als Agentur sind wir daher hochgradig reaktiv. Diese Fremdbestimmtheit ist es auch, die uns wach hält und uns antreibt.

Um auf Veränderungen derart flexibel und elastisch reagieren zu können, bedarf es einer hohen Zahl an Freiheitsgraden in der täglichen Entscheidungsfindung. Die Mutter aller Freiheitsgrade bei LEAP/ ist unsere finanzielle Unabhängigkeit. Wir haben keine Investoren, keinen Aufsichtsrat oder sonstige Kontrollorgane, mit denen wir Entscheidungen abstimmen müssen. Dieser Umstand gibt uns die Freiheit, schnell Entscheidungen zu treffen. Wir können mit Thomas darüber abstimmen, wie wir mit internen Veränderungen umgehen oder mit welchen Maßnahmen wir Marktverschiebungen, Konkurrenten oder Trends begegnen. Die effizienten Entscheidungsprozesse, die schnelle Implementierung von Entscheidungen und die zügige Umsetzung von Maßnahmen, sind unserer Stärken.

Das ist es, was dich begeistert? Die Kombination aus beidem?

Auf jeden Fall. Und Dinge zu tun, die aus den täglichen Standards und den üblichen Workflows abweichen. Das ist etwas, was mich an einer Agentur begeistert. Es gibt Leute, die sagen: “Einmal Agentur und nie wieder Agentur” oder “Einmal Agentur und nur noch Agentur”. Ich zähle definitiv zu den Letzteren. Denn das Agenturleben und die Volatilität, die wir haben, also Trends entgegenwirken zu können und selbst Impulse zu geben, ist schon ein riesiger Freiheitsgrad.

10 Jahre LEAP/ Freiheit

Morgen geht es mit dem 2. Teil des Interviews weiter. Dann spricht Christoph über seine Aufgaben als COO und macht einen kleinen Exkurs in die Zukunft. Außerdem hält er noch eine spannende Anekdote aus den letzten Jahren bereit. Bleibt gespannt.